Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Gusenbauer pokert hoch (von Manfred Posch)

Ausgabe 06.09.2006

Klagenfurt (OTS) - Was in anderen demokratisch orientierten
Ländern gang und gäbe ist, nämlich in deutlichem zeitlichem Abstand zum Wahltag ein Wahlbündnis zu schließen, hat nun auch in der politischen Landschaft Österreichs Einzug gehalten. Die Überraschung darüber, dass sich die Sozialdemokraten mit dem nur nochin Mikrospuren vorhandenem Liberalen Forum (LiF) auf ein "Packel hauen", ist entsprechend groß.

Über den Wert dieser rot-gelben Farbmischung sind Funktionäre beider Lager, Kommentatoren, Analytiker, Meinungsforscher und "politische Privatgelehrte" (Wähler) geteilter Meinung. Wenig Freude mit der Entscheidung, einen gewissen Herrn Zach (LiF) mit einem Nationalratsmandat zu beglücken, greift beispielsweise im ÖGB um sich, unter jenen Gewerkschaftsbossen vor allem, denen Gusenbauers Diktat, dem Parlament gefälligst fernzubleiben, schwer missfällt.

Gusenbauers Schritt mangelt es keineswegs an gewisser Frische, Originalität und Breite. Doch erst am Abend des 1. Oktober wird sich herausstellen, ob der SP-Vorsitzende halbwegs richtig gehandelt oder gefehlt hat, indem er die in politischer Bedeutungslosigkeit verharrende Heide Schmidt samt genanntem LiF-Mandatsaspiranten aus der Versenkung holte. Kritik regt sich - siehe oben - bei sowohl Rot als auch innerhalb des LiF-Grüppchens. Gusenbauer pokert hoch.

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