1. Mobilitätssymposium der ÖAMTC AKADEMIE - "Der Kampf um die Depots der Welt hat bereits begonnen"

Motto "Auto und Energie": Hybrid, Erdgas, Wasserstoff und Brennstoffzellen - womit man schon jetzt losfahren kann

Wien (OTS) - "Der Kampf um die Depots der Welt hat bereits begonnen." Mit dieser beunruhigenden Aussage machte Franz Josef Radermacher beim 1. Mobilitätssymposium "Auto und Energie" der ÖAMTC AKADEMIE in Melk gleich zu Beginn deutlich, dass rasches Handeln gefragt ist. Der Energie-Experte war mit vielen weiteren hochkarätigen Referenten dem Ruf der ÖAMTC AKADMIE gefolgt, im Rahmen des europaweit beispielgebenden Symposiums die Zukunft der Mobilität zu diskutieren. "Es gibt Auswege aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Konsumenten sind nur total verunsichert, welche neuen Technologien ihnen schon zur Verfügung stehen. Unser Symposium soll einen Beitrag zur umfassenden Information leisten", so die Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE, Christine Zach.

Mit folgenden neuen Antriebstechniken haben sich die Experten auf dem Mobilitätssymposium beschäftigt:

Bereits im Serienbetrieb und am Markt erhältlich:

* Schon länger im Serienbetrieb sind Erdgas- und Biogas-Fahrzeuge:
"Derzeit sind weltweit 4,6 Mio. Fahrzeuge mit Erdgas unterwegs", sagte Alf Mischlich von GM Europe. "Der Hauptmarkt in Europa ist Italien mit ca. 400.000 Fahrzeugen." Die meisten Fahrzeuge sind mittlerweile auf Erdgas optimiert, das heißt sie haben monovalente Antriebe, die einen 14-Liter Nottank für Benzin besitzen. Es gäbe zwar noch Infrastrukturprobleme, in Deutschland, Österreich oder Italien komme man aber gut durch, so Mischlich: "Wir hoffen, den klassischen Antrieben einiges abzuzwacken."

* Ebenfalls bereits serienmäßig am Markt ist der Hybridantrieb:
Das Hybrid-Prinzip bedeutet, dass ein Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombiniert wird. "Diese Technologie ist auf alle Antriebe der Zukunft anwendbar", meinte Gerald Killmann von Toyota Europe. Toyota benutzt ein parallel-serielles System bei seinen Fahrzeugen. Beim Anfahren agiert zunächst nur die Batterie. Gibt man stärker Gas, unterstützt die Batterie den Motor, beim Bremsen lädt sich die Batterie wieder auf. Der Toyota Prius kann bis 50 km/h nur mit Elektromotor betrieben werden. Das alte Problem der geringen Batteriehaltbarkeit scheint gelöst. "Die Batterie hat in Tests schon über 300.000 km gehalten", so Killmann.

Erst im Prototypenstadium:

* Beim Wasserstoffantrieb wandert statt Benzin oder Diesel Wasserstoff in den Tank. Günther Brauner von der TU Wien thematisierte das derzeit größte Problem mit Wasserstoffautos: "Es gibt keine geeignete Infrastruktur für den Kraftstoff." Als effektive und nachhaltige Methode für die Gewinnung des Wasserstoffs nannte er die Windenergie. So könnten seiner Meinung nach mit einem 5 Megawatt-Konverter ein Jahr lang 2.300 Autos mit Wasserstoff betrieben werden. Prototypen könnten in fünf Jahren einsatzbereit sein. Robert Adler von Linde Gas, dem derzeitigen Marktführer in der Verdichtung und Verflüssigung von Wasserstoff und Erdgas, attestierte dem europäischen Raum Nachholbedarf: "In China wird schon jetzt mehr in punkto Wasserstoff getan als bei uns."

* Brennstoffzellen: Auch der Brennstoffzellen-Antrieb funktioniert mit Wasserstoff, der Motor ist aber ein Elektromotor. Damit wäre diese Variante auch die umweltfreundlichste. "Die Brennstoffzelle wird die zentrale Rolle in der Zukunft spielen", zeigte sich Jörg Wind von DaimlerChrysler überzeugt. Das Unternehmen hat bereits etwa 100 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Technologie im Testeinsatz hat. Derzeit sind die Kosten noch sehr hoch und die Infrastruktur nicht vorhanden. Auch Thomas Brachmann von Honda Europe attestiert der Brennstoffzelle Zukunft, allerdings meinte auch er: "Das ist eine neue Technologie - das geht nicht von heute auf morgen." Honda hatte erst auf der Tokio Motor-Show den FCX Concept vorgestellt, der eine Reichweite von bis zu 560 km hat. Die V-Flow Brennstoffzelle ist nur mehr halb so groß und trotzdem doppelt so stark wie das Vorgängermodell.

Werner Wilhelm von Magna Steyr fasste die Entwicklung von Energiespeichersystemen zusammen: Partikelfilter 9 Jahre, Hybridantrieb 25 Jahre, Erdgasantrieb 15 Jahre, Wasserstoff 25 Jahre, wobei Letzteres in Frage zu stellen sei, weil die Entwicklung immer rasanter werde. "Es wird in Zukunft alle Formen von Antrieben geben", so Wilhelm.

Ernst Pucher von der TU Wien präsentierte schließlich die Ergebnisse einer Fahrzeugbewertung von Hybrid- und Erdgasfahrzeugen. Als Beste im Emissions- und Lärmbereich schnitten der Toyota Prius bei den Hybrid- und der Opel Combo bei den Gasfahrzeugen ab. Die Messungen liefen mit einem neuen, mobilen Abgaslabor und akustischen Kameras. Damit ist eine Emissionsmessung auch abseits von Laborsituationen auf der Straße möglich.

"Dieses Symposium soll zu einem jährlichen Fixpunkt werden und einen Umdenkprozess unterstützen", so die Leiterin der ÖAMTC AKADEMIE abschließend. "Unsere Mobilität wird sich verändern. Wir wollen die Österreicher darauf vorbereiten und sie bestmöglich informieren und begleiten. Nun ist vor allem die Politik gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit eine nachhaltige Mobilität auch rasch umsetzbar wird."

Die ÖAMTC AKADEMIE

Die ÖAMTC AKADEMIE ist ein eigenständiger, gemeinnütziger, wissenschaftlicher Verein für Mobilitäts- und Umweltforschung. Sie wurde 1991 vom ÖAMTC ins Leben gerufen. Die Aufgabe der ÖAMTC AKADEMIE ist es, durch wissenschaftliche Beiträge (u.a. nationale und internationale Forschungsprojekte, Informationsveranstaltungen, Seminare) soziale und ökologisch verträgliche Mobilitäts-Lösungen zu erarbeiten. Man geht von einem umfassenden Mobilitätsbegriff aus, der Güter- wie Personenverkehr, individuellen wie öffentlichen Verkehr, motorisierten wie nicht motorisierten Verkehr umfasst. Das Ziel ist, die direkte Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse in praxistaugliche Lösungen.

Aviso an die Redaktionen: Fotos zum 1. Mobilitätssymposium "Auto und Energie" der ÖAMTC AKADEMIE findet man auch zum Download unter www.oeamtc.at/presse.

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