Schülerunfallversicherungen: Trügerische Sicherheit

"Konsument"-Analyse zeigt: Unfallrisiko nicht wirklich abgesichert.

Wien (OTS) - Pünktlich zum Schulbeginn bringen Schüler alljährlich den Zahlschein für die Unfallversicherung nach Hause. Die meisten Eltern legen die paar Euro für ihre Kids gerne aus, denn schließlich sollen die Sprösslinge vor den Folgen eines Unfalls geschützt werden. Für seine September-Ausgabe hat "Konsument" analysiert, wie umfassend der Schutz von Schülerunfallversicherungen ist. Im Test: Fünf Versicherer, die dieses Produkt standardmäßig als Zahlscheinprodukt anbieten. Fazit: Billig-Versicherungen bringen wenig. Die Leistungen sind zu gering, um gravierende Unfallfolgen finanziell aufzufangen.

"Der Abschluss einer zusätzlichen Unfallversicherung für Kinder ist grundsätzlich sinnvoll, denn die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung gelten nicht für den Freizeitbereich. Das ist besonders bei bleibender Invalidität ein Problem", informiert "Konsument" Versicherungsexpertin Gabi Riener. So zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Unfällen, die in der Schule oder im Kindergarten bzw. auf dem Weg dorthin oder von dort geschehen. Die Krankenkassen kommen für die medizinische Behandlung und Rehabilitation auf, nicht jedoch für teure Folgekosten eines Unfalls.

Private Unfallversicherungen gelten auch im Freizeitbereich und legen den Schwerpunkt auf Geldleistungen bei dauernder Invalidität. Doch die in den Schulen für drei bis elf Euro pro Jahr angebotenen Zahlscheinpolizzen bringen im Bedarfsfall nur wenig: Die Summen für Dauerinvalidität sind niedrig und liegen bei den einfachen Varianten bei ca. 30.000 Euro. Eine große Einschränkung hat das Produkt der "Wiener Städtischen": Hier ist der Freizeitbereich wieder nicht gedeckt. Die Leistungen beziehen sich nur auf schulische Veranstaltungen.
Das Hauptproblem sieht Riener in der trügerischen Sicherheit: "Eltern glauben, ihre Kinder mit diesen Produkten ausreichend abgesichert zu haben. Das ist aber nicht der Fall. Diese Zahlscheinpolizzen kosten nicht viel und bringen auch nicht viel!"

Eltern, die sich mit dem löchrigen Schutz nicht zufrieden geben wollen, können entweder eine "echte" Unfallversicherung abschließen. Produkte, die bei Dauerinvalidität 150.000 leisten, bekommt man bereits ab einer jährlichen Prämie von etwa 80 Euro für ein Kind. Zum anderen können über den Elternverein bessere Unfallschutzpakete mit höheren Leistungen organisiert werden. Eine solche Gruppenversicherung kommt zwar teurer als eine Zahlscheinpolizze, aber immer noch günstiger als die individuelle Unfallversicherung.

Eine Übersicht über die angebotenen Schülerunfallversicherungen und deren Leistungen gibt’s in der aktuellen Ausgabe von "Konsument" und online auf www.konsument.at.

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