• 04.09.2006, 12:09:23
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  • OTS0145 OTW0145

Bartenstein: Beschäftigungszuwachs so groß wie seit August 1992 nicht mehr

Zahl der Beschäftigten um 58.055 bzw. 1,76 % gegenüber Vorjahr gestiegen - Auch Arbeitslosenzahlen bestätigen: Trendwende am Arbeitsmarkt verfestigt

Wien (BMWA-OTS) - "Seit August 1992 gab es im Jahresabstand nicht
mehr so einen großen Anstieg bei der Zahl der Beschäftigten wie im
August 2006", betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin
Bartenstein zur Meldung des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger mit der vorläufigen Zahl der Beschäftigten
zum Stichtag 31. August 2006: Mit 3.365.716 Personen stehen um 58.055
Personen mehr in einem Beschäftigungsverhältnis als vor einem Jahr
(Männer: 1.826.018 / + 31.027 / 1,73 %, Frauen: 1.539.698 / + 27.028
/ + 1,79 %). Der Anstieg der Beschäftigung ist damit deutlich stärker
ausgefallen als in der am Freitag veröffentlichten Schätzung des
BMWA, die von einem Beschäftigungsplus von rund 55.000 ausgegangen
war.

Diese Zahlen umfassen alle Personen, deren
Beschäftigungsverhältnis (Karenz- bzw. Kinderbetreuungsgeldbezieher,
Präsenzdienstleistende sowie im Krankenstand befindliche Personen
sind mitgezählt) aufrecht ist; zuzüglich der den Dienstnehmern
gleichgestellten sowie aufgrund eines Ausbildungsverhältnisses in die
Krankenversicherung einbezogenen Personen.

Zahl der Arbeitslosen um 18.475 / 8,4 % unter Vorjahreswert

Dass sich die Trendwende am Arbeitsmarkt verfestigt hat, bestätigt
auch der Bestand an vorgemerkten Arbeitslosen, der mit 200.802 um
18.475 oder 8,4% unter dem Wert des Vorjahres liegt und damit wie im
Vormonat eine deutliche Abnahme der Arbeitslosigkeit ausweist.

Mit 22.262 (+ 557 bzw. + 2,7 %) haben 11,1 % der vorgemerkten
Personen eine Einstellzusage für einen neuen Arbeitsplatz. Wie
bereits in den Vormonaten ist auch Ende August der Rückgang der
vorgemerkten Personen in allen Bundesländern zu beobachten. Mit -
11.094 (- 9,9 %) fällt die Abnahme bei Männern etwas stärker aus als
bei Frauen (- 7.381; - 6,9 %). Die Zahl der vorgemerkten inländischen
Arbeitskräfte liegt um 14.753 (- 8,0 %) und jene der ausländischen
Staatsangehörigen um 3.722 (- 10,7 %) unter dem Vorjahreswert.

Für die anhaltend günstige Entwicklung sind vor allem folgende
Ursachen zu nennen:

- Das stabile Wirtschaftswachstum (die
Wirtschaftsforschungsinstitute halten mittlerweile ein Wachstum von
bis zu 3 % im Jahr 2006 für möglich) führt im Sachgüterbereich (-13,6
%) und auch im Bau (- 12,2 %) zu überdurchschnittlich rückläufigen
Arbeitslosenzahlen. Die günstige Entwicklung hat zudem nunmehr alle
wichtigen Branchen erfasst. Auch im Fremdenverkehr ist die Zahl der
vorgemerkten Arbeitslosen Ende August um 4,8 % zurück gegangen.

- Obgleich der Zustrom von Arbeitskräften aus Deutschland nach wie
vor anhält (Ende Juli 2006 waren gegenüber dem Vorjahr um 8.886 mehr
Personen aus dem westlichen Nachbarland am österreichischen
Arbeitsmarkt), bleibt der Anstieg des gesamten
Arbeitskräftepotentials unter den Zuwächsen des Vorjahres.

- Mit Anfang Jänner startete die große Qualifizierungs- und
Beschäftigungsinitiative "Unternehmen Arbeitsplatz". Die
Bundesregierung hat im Rahmen des Beschäftigungsförderungsgesetzes
Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen für mehr als 60.000
Personen zusätzlich eingerichtet. Dafür werden aus dem Budget 285
Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Aufgrund dieser
Initiative ist die Zahl der Personen in Schulungsmaßnahmen des
Arbeitsmarktservice gegenüber dem Vorjahreswert um 8.835 (+ 21,8 %)
auf 49.451 angestiegen.

Nach wie vor steigend auf die Zahl der Arbeitslosen wirkt
allerdings die sozialpolitische Verbesserung für Personen, die auf
Grund eines zu hohen Partnereinkommens keinen Anspruch auf
Notstandshilfe haben und sich zur Wahrung von
Pensionsversicherungszeiten beim Arbeitsmarktservice vormerken
lassen. Da dieser Personenkreis vor dieser Änderung zum Großteil auf
eine Vormerkung verzichtete, erhöht diese Maßnahme die statistisch
erfasste Arbeitslosigkeit um rund 1.000 Personen.

Position Österreichs im internationalen Vergleich

EUROSTAT weist für den August 2006 noch keinen aktuellen Wert für
die Arbeitslosenquote Österreichs aus. Die vorläufige Fortschreibung
des AMS Österreich zur Arbeitslosenquote gemäß EUROSTAT-Methode
beträgt für den August 4,8%. Laut den von EUROSTAT veröffentlichten
aktuell verfügbaren Werten (für Österreich Juli 06) ergibt sich
folgendes Bild:

Die österreichische Arbeitslosenquote lag im Juli 2006 mit 4,9%
nach den Niederlanden (3,9 %), Dänemark (3,9 %), Estland (4,2 %),
Irland (4,4 %) und Luxemburg (4,8 %) im Spitzenfeld der Europäischen
Union. Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt 8,1 % und liegt damit
weiterhin deutlich über dem österreichischen Wert. Der
Jahresdurchschnittswert 2005 für Österreich beläuft sich nach der
neuen Berechnungsmethode auf 5,2 %.

Offene Stellen

Der positive Trend bei der Entwicklung der offenen Stellen hält
weiter an: Ende August 2006 liegt die Zahl der beim
Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von
37.042 um + 28,8 % (+ 8.293) über dem vergleichbaren Wert des
Vorjahres. Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem die
unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+ 4.870; + 49,8 %), das
Bauwesen (+ 1.031; + 36,0 %) sowie die Sachgütererzeugung (+ 992; +
30,3 %). Einen Anstieg gibt es aber auch im Fremdenverkehr (+ 772; +
23,4 %) und im Handel (+ 475 + 12,5 %).

Verweildauer

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode lag
Ende August 2006 bei 101 Tagen. Die aktuelle Verweildauer liegt somit
um 11 Tage unter dem Wert vom August 2005.

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Vormerkdauer über
einem Jahr ist Ende August 2006 gegenüber dem Vergleichsmonat des
Vorjahres mit - 2.759 bzw. - 26,2 % auf 7.757 kräftig zurückgegangen.

Entwicklung in den Bundesländern

Ende August 2006 ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern
rückläufig. In Salzburg ging der Bestand an vorgemerkten Arbeitslosen
um - 13,0 % (- 1.167) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres auf
7.817 zurück, in Oberösterreich um - 12,6 % (- 3.084) auf 21.322, in
Vorarlberg um - 11,3 % (- 1.040) auf 8.154 und in Tirol konnte eine
Abnahme von - 9,0 % (- 1.085) auf 10.904 verzeichnet werden.

In Wien (- 6.084 auf 72.383) wie in Niederösterreich (- 2.969 auf
35.022) lag der Rückgang bei 7,8 %, in Kärnten hat sich der Bestand
an vorgemerkten Arbeitslosen um - 7,2 % (- 920) auf 11.802, in der
Steiermark um - 6,1 % (- 1.772) auf 27.205 und im Burgenland um - 5,4
% (- 354) auf 6.193 verringert.

Jugendliche

Die Jugendarbeitslosigkeit hat im August 2006 um - 11,2 % (- 4.299
auf 34.211) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres abgenommen.
Sowohl in der Altersgruppe der bis 19-Jährigen ist die
Arbeitslosigkeit mit - 11,1 % (- 1.142 auf 9.188) als auch bei den
20- bis 24-Jährigen (- 11,2 % bzw. - 3.157 auf 25.023) gesunken.

Die Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre) nach EUROSTAT liegt
mit 9,9 % (Juli 2006) nach wie vor deutlich unter dem europäischen
Durchschnitt (EU-25) von 17,4 % (Juni 2006). Österreich liegt damit
nach den Niederlanden, Dänemark, Irland, Litauen und Estland
weiterhin im Spitzenfeld der Europäischen Union.

Lehrstellenmarkt

Im August 2006 liegt im Vergleich mit August 2005 ein Rückgang der
Lehrstellensuchenden von - 893 (- 8,2 % auf 10.023) vor. Bei den
gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit + 1.489 bzw. + 46,8 % auf
4.671 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.

Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit werden
bis zu 8.000 Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keinen
entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung
gestellt.

Darüber hinaus werden im Rahmen des so genannten "Blum-Bonus"
Lehrstellen, die von Betrieben zusätzlich geschaffen werden, mit
einem pauschalierten Zuschuss zu den Kosten der Lehrausbildung
gefördert. Vor allem auf Grund dieser Initiative steigt nunmehr die
Zahl der Lehrlinge und Lehranfänger erstmals seit Ende der 90er-Jahre
wieder deutlich an. Ende Dezember 2005 waren in der Folge mit 122.378
um 3.307 (+ 2,8%) mehr Lehrlinge in Beschäftigung als im Vorjahr. Mit
38.552 haben um 7,3% mehr Personen mit einer Lehre begonnen.

Entwicklung der Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen beträgt im August 2006
37.261 und ist im Vergleich zum August 2005 um 2.604 bzw. - 6,5 %
gesunken. Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis
54-Jährigen ist um 1.064 bzw. - 5,5 % gesunken, bei den 55- bis
59-Jährigen ist diese um 857 bzw. - 5,3 % gesunken. Rückgängig ist
weiterhin die Arbeitslosigkeit bei den über 59-Jährigen (- 683 bzw. -
15,9 %).

Entwicklung nach Branchen

Rückläufig ist die Arbeitslosigkeit vor allem im Sachgüterbereich
(- 5.279; - 13,6 %), im Handel (- 3.316; - 8,0 %), im Bau (- 2.870; -
12,2 %), bei den sonstigen Dienstleistungen (- 1.381; - 9,7 %) und im
Fremdenverkehr (- 1.330; - 4,8 %).

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Ende August 2006 ist die Arbeitslosigkeit in allen zentralen
Ausbildungskategorien rückläufig: Sowohl bei Personen mit höherer
Schulbildung (- 7,1 %; - 1.592) oder mit akademischer Ausbildung (-
4,6 %; - 489), als auch mit Lehrausbildung (- 9,3 %; - 6.439) sowie
mit Pflichtschulabschluss (- 9,0 %; - 7.935) ist ein Rückgang der
Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Anteilsmäßig entfallen rund 76% des Bestandes aller Arbeitslosen
auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit
Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss (ohne Meisterprüfung).

Schulungen und Förderungen des Arbeitsmarktservice

Mit 49.451 liegt die Zahl der Personen in Schulungen im August
2006 um + 8.835 über dem Vorjahresniveau. Die Schulungsaktivitäten
steigen in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern im
Vergleich zum Vorjahr deutlich an.

Die stärksten absoluten Zuwächse an Schulungsteilnahmen
verzeichnet Wien mit + 2.965 (+ 20,1 %), gefolgt von Niederösterreich
mit + 1.973 (+ 31,6 %), der Steiermark mit + 1.820 (+ 30,3 %) und
Oberösterreich mit + 624 (+ 9,1 %).

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1) 71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1) 71100-2058
mailto:presseabteilung@bmwa.gv.at

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