Darabos: Doppelt schäbiges Verhalten Schüssels in der Pflegefrage

Bundeskanzler Schüssel würde Gesetze brechen und ebenfalls illegal beschäftigen

Wien (SK) - Doppelt schäbig hat sich Kanzler Schüssel in der Pflegefrage verhalten. Denn einerseits habe er in Verkennung der Tatsachen einen Pflegenotstand abgestritten, andererseits hat er gestern im ORF-Sommergespräch zugegeben, dass er bei der Pflege seiner Schwiegermutter alles auch so gemacht hätte; d.h., er hätte ebenfalls eine slowakische Pflegekraft angestellt, die illegal im Lande wäre und er hätte ebenfalls nur ein sehr geringes Entgelt bezahlt. "Das ist doch empörend. Der Bundeskanzler sagt, er hätte bewusst Gesetze gebrochen. Er ist aber auf die österreichischen Gesetze vereidigt worden. Außerdem verdient er an die 20.000 Euro im Monat. Trotzdem würde er einer illegalen Pflegekraft für ein Familienmitglied maximal zwei Euro in der Stunde zahlen wollen. Diesen Hungerlohn bezeichnet Schüssel zudem noch als 'österreichisches Durchschnittsgehalt'", sagte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

"Die Abgehobenheit des Bundeskanzlers muss schon sehr weit fortgeschritten sein, dass er solche Sätze dem Fernsehpublikum zumutet", so Darabos. Es gebe für Menschen, die keine sehr hohe Pension haben, oft keine andere Möglichkeit, als sich mit illegal beschäftigten Pflegekräften zu behelfen. "Aber Schüssel ist der Bundeskanzler, der 20.000 Euro im Monat verdient", machte Darabos aufmerksam. "Für diese Haltung Schüssels kann ein großer Teil der Bevölkerung kein Verständnis haben", sagte Darabos. Wenn Schüssel, die vielen Briefe gelesen hätte, die er zur Pflegefrage bekommen hat, dann wüsste er jetzt, dass es sehr wohl einen Pflegenotstand gibt, verdeutlichte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer abschließend. (Schluss) ns

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0004