Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Blutiger Sommer (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 29. August 2006

Klagenfurt (OTS) - Ferientrubel bietet Terroristen ideale Angriffspunkte. Vor Mittenacht geht jetzt in Marmaris und Antalya an der türkischen Küste niemand ins Bett. Bombenanschläge in solchen Destinationen boten kurdischen Extremisten schon im vergangenen Sommer gehörige Aufmerksamkeit. Ein blutiger Sommer, auch in diesem Jahr?
Die terroristische Nachfolgeorganisation der kurdischen Separatistenpartei PKK nennt sich "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK) und drohte in den vergangenen Monaten mehrmals mit Anschlägen gegen Urlauber in der Türkei. Denn die Kurdenproblematik ist keine Frage des Minderheitenschutzes. Sie hat staatsübergreifende Bedeutung:
Kurden leben großteils im Irak, in Syrien und - im Iran. Dieser hat kurdische Separatisten stets zur Destabilisierung seiner Nachbarn benutzt ... Deswegen gestattete der Irak der Türkei sogar, militärisch auf irakischem Staatsgebiet gegen Kurden vorzugehen. Aber die USA stellen sich gegen eine Intervention im Nordirak, weil sie eine weitere Destabilisierung des Landes befürchten. Es geht längst nicht mehr um Minderheitenrechte. Eine eigene Militäraktion lehnen die USA nur ab, weil sie keine Truppenkontingente im Irak mehr frei haben. Die USA sind erschöpft. Bedeutet das jetzt freie Bahn für Terroranschläge, gerade in der Türkei?

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