ORF: Reform an Haupt und Gliedern

Multimedia-Gruppe an Wrabetz: Glückwunsch und Wünsche

Wien (GPF/ÖGB) - "Mit der Wahl von Alexander Wrabetz zum Generaldirektor des ORF bekommt die größte "Medienorgel des Landes" endlich jene überaus notwendige Zukunftsperspektive, die längst überfällig war", sagte Georg Tidl, Vorsitzender der Bundesfachgruppe "Kommunikation und Publizistik" in der Kommunikationsgewerkschaft GPF, in einem Gratulationsbrief an den neuen Generaldirektor.++++

Gleichzeitig geben die Gewerkschafter/innen der Hoffnung Ausdruck, dass die zu erwartende strukturelle Reform des ORF an "Haupt und Gliedern" auch programmatisch widerspiegelt, was sie erwarten: Raus aus der Privatsender-Quotenjagd-Sackgasse, hin zu einem Qualitätsprogramm, das journalistische Höhenflüge fördert und innovative Kommunikation, die den ORF wieder an die Spitze der europäischen Medienanstalten bringen.

Ganz konkret erwarten die Gewerkschafter/innen:

o endlich wieder Berichte aus der Arbeitswelt - national und international, mit besonderer Berücksichtigung der Arbeitswelt der Frauen - auch und vor allem außerhalb der Welt von Power- und Karrierefrauen.
Arbeitslosenreports neben Börsenberichten, Internationalisierung statt provinzieller Nabelschau
o Darstellung von Berufsbildern - wie es auch früher im ORF üblich war (Medienverbund)
o Wiedereinführung einer "Jobbörse, wie es sie im ORF bereits einmal gegeben hat. Die "Jobbörse" war damals nicht nur äußerst erfolgreich bei der Vermittlung von Arbeit, sondern auch beispielgebend für ausländische Sender, die diese Idee aufgegriffen und nachgemacht haben
o mehr Eigenproduktionen, um den zahlreichen Medienprofis in diesem Land mehr Chancen auf Arbeit zu geben
o ausführlichere Hintergrundinfos zu gesellschaftlich brisanten Themen aus der Arbeitswelt - wie zum Beispiel die aktuelle Pflegenotstandsdiskussion
o neue Talkshows mit öffentlich rechtlichem Anspruch unter Einbeziehung von Themen aus der Arbeitswelt in unterhaltender Form. o Spannende neue Polittalks zu aktuellen Themen, die so besetzt sind, dass man nicht schon vorher wörtlich weiß, was jeder der eingeladenen Gäste sagen wird und in denen Arbeitnehmervertreter in ausgewogenem Umfang zu Wort kommen.

"Eigentlich erwarten wir nicht mehr und auch nicht weniger als einen öffentlich-rechtlichen Sender, wo Anspruch und Wirklichkeit wieder übereinstimmen", so Georg Tidl abschließend.

ÖGB, 28. August
2006 Nr. 558

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Georg Tidl
Bundesfachgruppe
"Multimedia und Informationsdienstleistungen"
in der Kommunikationsgewerkschaft GPF
Biberstraße 5
1010 Wien
Tel. 01-5125511

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