Öllinger: SP-Vorschlag zur Pflegemisere greift zu kurz

Gusenbauer weicht Frage der Legalisierung aus

Wien (OTS) - "Der Vorschlag der SPÖ zur Behebung des Pflegenotstands ist diskussionswürdig, greift aber zu kurz. Die SPÖ bleibt nämlich die Antwort schuldig, was mit den schon jetzt im Land aufhältigen ausländischen Pflegekräften passieren soll", reagiert Karl Öllinger, stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, auf heutige Aussagen von SP-Chef Gusenbauer. Jedes Modell muss sich an der Frage messen lassen, ob es eine Legalisierung der Pflegepersonen und eine Entkriminalisierung der Angehörigen mit sich bringt. Dazu hat sich Gusenbauer nur undeutlich geäußert! Zweitens muss die Organisation der Betreuung unkompliziert bleiben. Ob das nun über die von Gusenbauer favorisierte Variante oder über die von den Grünen vorgeschlagene über das Hausangestelltengesetz erfolgt, ist sekundär.

Massive Kritik übt Öllinger an den Vorschlägen von FPÖ und BZÖ. "Deren Vorschläge sind bisher untauglich bzw. bösartig. Wenn Westenthaler eine Au-pair-Lösung, wonach alle ein bis zwei Wochen abgewechselt werden soll, vorschlägt, dann zeigt das nur, dass er offensichtlich keine Ahnung hat. Auch der Vorschlag von Frau Rosenkranz, die MedizinstudentInnen anstelle der ausländischen Pflegerinnen einsetzen will, ist weltfremd", kritisiert Öllinger und rechnet vor. Es gibt nicht einmal 2000 Medizin-StudienanfängerInnen pro Jahr, aber 40.000 ausländische PflegerInnen. Wie soll sich das ausgehen? Außerdem: Gute ÄrztInnen müssen keine guten PflegerInnen sein - und umgekehrt. Das sind zwei grundlegend unterschiedliche Ausbildungen! Abgesehen davon: Wie stellt sich Frau Rosenkranz das vor? Sollen die MedizinstudentInnen statt der Pflegerinnen 24 Stunden in einem fremden Haushalt sein?

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel +43-1-40110-6707, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002