ARBÖ: Schulweg-Tipps nicht nur für die "Kleinen" wichtig

70 Prozent aller Schulweg-Unfälle betrifft Schüler zwischen 10 und 15 Jahren

Wien (OTS) - Zu Schulbeginn werden Erstklassler und deren Eltern Jahr für Jahr ausgiebig mit Tipps, Informationen und Verhaltensregeln versorgt. "Das ist unheimlich wichtig, um die Kleinen auf die Gefahren des Straßenverkehrs vorzubereiten" , betont ARBÖ-Verkehrsexperte Willi Patzold. "Die Statistik zeigt uns jedoch, dass Schüler im Alter zwischen 10 und 15 Jahren am gefährlichsten leben". So verunglückten im Vorjahr 328 Schüler diesen Alters, 3 davon tödlich. Das sind 70 Prozent aller Unfälle am Schulweg.

Während die "Kleinen" fast ausschließlich als Fußgänger verunglücken (2005: 119 verletzte Schüler), steigt bei den "Älteren" die Unfallgefahr beim Radfahren (83 Verletzte) sowie auf der Fahrt mit dem Linien- oder Omnibus (67 Verletzte).

Daran sieht man, dass die Sensibilisierung vor und während des ersten Schuljahres sehr schnell wieder vergessen wird. "Es besteht somit dringender Handlungsbedarf auch bei 10-15 jährigen richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu thematisieren und zu trainieren", fordert der ARBÖ.

Die Eltern als Begleiter am Schulweg gelten ja bei dieser Altersgruppe schon längst als uncool und ur-peinlich. Lässig ist hingegen, wer mit Skateboard, Rollerskates, Fahrrad oder gar mit einem Micro-Scooter zur Schule kommt. Diejenigen, die kein trendiges Sportgerät zur Verfügung haben, verschönen sich den Schulweg mit den neuestens Hits, die vom Walkman in die Kopfhörer gejagt werden und die Aufnahmefähigkeit von Verkehrslärm und Verkehrsgeschehen quasi auf Null reduzieren.

Handys haben am Schulweg nix verloren

Andere widmen ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Handy, mit dem eine Unmenge an SMS verschickt oder erster Morgentratsch mit dem besten Schulfreund(in) absolviert wird. Das lebenswichtige Motto "Schau genau", das in der ersten Klasse noch todernst genommen wird, ist der Devise "Lets have fun" gewichen.

"Die Benützung von Walkman und Handy hat am Schulweg nix verloren", mahnt Patzold, selbst Vater von vier Kindern. "Egal wie alt man ist, es sollte klar sein, dass mangelnde Konzentration auf der Straße katastrophale Auswirkungen haben kann."

Doch auch Eltern sind nicht fehlerfrei, betont Patzold. Papa oder Mama werden als Begleiter zur Schule nur dann akzeptiert, wenn sie sich als Chauffeur anbieten und das Kind bequem zur Schule karren. Dabei begehen sie leider immer wieder die selben Fehler", kritisiert der ARBÖ.
So sind zum Beispiel 40 Prozent der Eltern und Kinder auf der Fahrt zur Schule korrekt gesichert sind, so das Resultat einer ARBÖ-Erhebung. Ältere Kinder werden kaum mehr zum Anschnallen aufgefordert. Besonders erschütternd: 11 Prozent der Eltern gurten zwar sich selbst, nicht aber ihre Kinder an.

Aus Bequemlichkeit oder Zeitnot halten viele Eltern direkt vor der Schule in zweiter Spur. Damit gefährdet man jedoch nicht nur das eigene Kind beim Aussteigen sondern auch andere Schüler, die vor oder hinter dem Auto die Straße überqueren müssen und deren Sicht dadurch behindert wird.

ARBÖ-Tipp: Lassen Sie Ihr Kind immer auf der, dem Gehsteig zugewandten Seite des Fahrzeuges aussteigen. Öffnen Sie die Türe nicht von Innen, wenn Ihr Kind aussteigen will. Steigen Sie dazu selbst aus dem Wagen.

Der ARBÖ tritt aber nicht nur als Mahner auf, er hilft auch praktisch dabei den Schulweg für Kids jeden Alters sicherer zu gestalten.
So verteilt der ARBÖ-Burgenland heuer bereits zum dritten Mal reflektierende Warnwesten an 2500 Mädchen und Burschen, um sie auf ihrem Schulweg sichtbarer zu machen.

Der ARBÖ Wien bietet für jene, Schüler, die mit dem Fahrrad in die Schule strampeln eigene Radfahr-Kurse an. Nähere Infos unter der Tel. Nummer 050 123-2916

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