Werbeverkaufsveranstaltung: Reizstrom mit schwingenden Magnetfeldern als Allheilmittel

AKNÖ: Einladungen zu Werbeveranstaltungen gehören ins Altpapier

Wien (AKNÖ) - - Die Polizei hat eine Werbeverkaufsveranstaltung in Purkersdorf gestoppt. Statt der versprochenen Geschenke sollten die Konsumenten sogenannte "TENS-Geräte" (=Transkutane elektrische Nervenstimulation durch Verabreichung von gezielten Stromstößen) zu überteuerten Preisen kaufen. Die Polizei konfiszierte die unterschriebenen Kaufverträge und die Konsumenten erhielten ihre Anzahlung zurück.

20 Konsumenten aus dem Raum Purkersdorf folgten der Einladung der "Förderveranstalter vom Bioland Marchfeld", an einer Präsentation von neuen Produkten teilzunehmen. Versprochen wurde jedem teilnehmenden Gast ein Gratisessen, ein wertvolles Geschenk und jedem Kunden ein Präsentkorb mit Lebensmitteln. Auch eine Konsumentenschützerin der NÖ Arbeiterkammer nahm verdeckt an der Veranstaltung teil.

Heilung auch bei Migräne möglich Wie bei allen Werbeverkaufveranstaltungen ging es dem Präsentator darum, überteuerte Gesundheitsprodukte an den Mann zu bringen. Zum Preis 400 Euro wurden sogenannte "TENS-Geräte" angeboten. Im Zuge der Veranstaltung offerierte er das Gerät dann um "einmalige 300 Euro". TENS wurde als wahres Allheilmittel angepriesen: Geeignet sei es zur Linderung von Schmerzen und zur Förderung der Durchblutung Außerdem seien auch chronische Leiden in den Griff zu bekommen, hieß es: So erzählte der äußerst redegewandte Verkäufer, angeblich ein "studierter Naturmediziner", von einer Konsumentin, die nach nur 15-minütiger Behandlung von ihrer jahrzehntelangen Migräne geheilt wurde. Im Unterschied zu anderen Geräten dieser Art arbeite das angebotene Gerät nicht nur mit Strom, sondern auch mit schwingenden Magnetfeldern, was jedoch nach Rücksprache mit dem Fachhandel nicht möglich ist.

Behandlung gleich vor Ort Um die Wirkung gleich vor Ort unter Beweis zu stellen, kam jede/r TeilnehmerIn in den "Genuss" einer TENS-Behandlung. Dazu Christa Hörmann, AKNÖ-Konsumentenschutzexpertin: "Der Verkauf sowie die Entgegennahme von Bestellungen in einem Gasthaus ist illegal. Außerdem ist es ein Wahnsinn, dass der Verkäufer jeden einzelnen der 20 TeilnehmerInnen ohne ärztliche Abklärung mit einem derartigen Reizstromgerät behandelte." Kaum waren die ersten Verträge unterschrieben, schritt die Polizei Purkersdorf ein und löste die Veranstaltung auf. Die Kaufverträge wurden konfisziert, die Konsumenten erhielten ihre Anzahlung zurück. Nachdem nur "Kunden" den Präsentkorb erhalten sollten, gingen die vermeintlichen Gewinner auch bezüglich der Geschenke leer aus.

Selbsttherapie kann Schmerzen verschlimmern Eine Rückfrage mit dem Fachhandel ergab, dass eine Selbsttherapie mit derartigen Geräten keines Falls ratsam ist, da man mit einem zu hohen Stromstoß Schmerzen verschlimmern oder sogar erst hervorrufen kann. Zudem empfiehlt der Fachhandel dringend, vor Anwendung mit dem Arzt Rücksprache zu halten.

Abschließend raten die Konsumentenschützer: "Wenn Sie so eine Einladung bekommen, egal wie wunderbar sie auch klingen mag, schmeißen Sie sie am besten ins Altpapier."

Rückfragehinweis: AKNÖ-Konsumentenberatung, Christa Hörmann, 057171-1315

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