"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Trügerische Sicherheit" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 28.08.2006

Wien (OTS) - Die Angst ist nahe: Terrorkoffer in einem deutschen Eisenbahnzug; ein von der israelischen Armee bewusst zu Tode gebombter österreichischer Friedenssoldat; ein schwerwiegender Atomunfall in Schweden; und dazu noch ein Mädchen namens Natascha, dessen unglaubliche Horrorgeschichte zeigt, dass wir nicht einmal sicher wissen, was gleich nebenan vor sich geht.
Die Politiker, Manager und Experten, die diese Woche in Alpbach über Gewissheit und Sicherheit diskutieren, sind keine Illusionisten. Absolute Sicherheit und langfristige Gewissheit gab es nie und wird es nie geben. Im Gegenteil: Die Ängste wachsen, weil über die Medien jeder Zwischenfall, jeder Unfall, jedes Verbrechen, jede Naturkatastrophe und jeder Terroranschlag blitzartig in allen Facetten den Weg in unsere Wohnzimmer findet.
Die Politik versucht, mit Sicherheitskontrollen und Videoüberwachung trügerische Sicherheit zu vermitteln. Wenn dadurch Verbrechen verhindert und Ängste genommen werden, ist dagegen wenig einzuwenden. Die Abschaffung der Privatsphäre im öffentlichen Raum ist aber ein hoher Preis, der ständig neu diskutiert gehört.

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