Durchbruch für die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Erste Menschenrechtskonvention des 21.Jahrhunderts unter Mitwirkung von Licht für die Welt in New York erfolgreich verhandelt

New York/Wien (OTS) - "Tragen Sie den Geist dieser Deklaration in die Welt!", so hat der sichtlich bewegte Präsident der UN-Generalversammlung, Jan Eliasson, zu den Delegierten gesagt. In letzter Minute, zwei Stunden nach dem offiziellen Ende der letzten Verhandlungsrunde und wenige Minuten vor Abschalten der Mikrofone, wurde ein Meilenstein wahr: Der Text der 8.UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde von den Delegierten aller Nationen angenommen. Damit ist die am schnellsten verhandelte Menschenrechtskonvention in der Geschichte der Vereinten Nationen vorläufig beschlossen.

Bahnbrechend sind die ausverhandelten Ergebnisse für die 650 Millionen Menschen mit Behinderung, von denen 80% in den Entwicklungsländern leben.

Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt: "Erstmals wird das Recht blinder oder anders behinderter Menschen auf gleichberechtigten Zugang zu Entwicklung, Ausbildung und Gesundheitsvorsorge festgeschrieben." Ein eigenes Zusatzprotokoll wurde verabschiedet, auf dessen Basis Gleichstellungsbeschwerden von Menschen mit Behinderungen an ein UN-Komitee gerichtet werden können. Ein konkreter Umsetzungsmechanismus wird dafür sorgen, dass diese Menschenrechtskonvention auch im Leben der mehr als 500 Millionen Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern umgesetzt wird. Rupert Roniger weiter: "Ein eigener Artikel, für den sich insbesondere die österreichischen Fachorganisation Licht für die Welt intensiv eingesetzt hat, verpflichtet auch die Geberländer der Entwicklungszusammenarbeit (die Industrienationen) dazu, in ihren Hilfsprojekten den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu garantieren. Damit werden künftig auch jene Menschen Zutritt zu allen Entwicklungshilfemaßnahmen haben, die diese am meisten benötigen:
behinderte Kinder, Frauen und Männer."

Die erste Konvention im neuen Millennium ist die schnellstverhandelste UN-Menschenrechts-konvention und jene mit der größten Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen (mindestens 800). Sobald der nun ausverhandelte Text der UN-Generalversammlung vorgelegt und beschlossen wurde (möglicherweise wird dieser Formalakt bereits in der Dezembersitzung geschehen), ist die Unterschrift und Ratifizierung durch Österreich möglich, um die neuen Standards national verbindlich zu sein.

Einige der wichtigsten Punkte für die konkrete Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, die in der Nacht auf Samstag beschlossen wurden:

  • Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Lebensrechte
  • Behinderte Frauen und Mädchen haben gleiche Rechte wie Männer
  • besonderer Schutz vor Willkür und dem Ausschluss von Bildungs- und Gesundheitschancen für behinderte Kinder
  • keine medizinische Maßnahmen ohne Zustimmung der Betroffenen
  • Gleicher Zugang zu Gesundheit, Bildung und Entwicklung
  • Ein Ende der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt
  • Das Recht auf Teilnahme am kulturellen Leben
  • Entwicklungsländer werden bei der Umsetzung der Menschenrechtskonvention unterstützt

Menschen wie die 4jährige Terfa aus Äthiopien, die von Geburt an gehbehindert ist, werden in Zukunft von Anfang ihres Lebens an bessere Startchancen haben, sobald diese Deklaration umgesetzt wird.

ACHTUNG: Ab sofort steht Marianne Schulze, die Vertreterin von Licht für die Welt in den New Yorker Verhandlungen, für konkrete Anfragen und Live-Interviews zu Verfügung:

marianne.schulze@gmx.at;
Mobiltelefon (New York): +1 917 214 05 44

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Elmar Kuhn, LICHT FÜR DIE WELT, +43 650 774 2004,
e.kuhn@licht-fuer-die-welt.at
www.licht-fuer-die-welt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CBM0001