Fettabsaugung: Ärzte am "Konsument"-Prüfstand

Keine harmlosen Eingriffe. Kein Mittel zur Gewichtsreduktion.

Wien (OTS) - Immer mehr Frauen - und auch Männer - suchen ihr Heil in Schönheitskliniken, um Fettdepots an Bauch, Beinen und Po loszuwerden. Laut der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie steht die Fettabsaugung -auch Liposuktion genannt - ganz oben auf der Liste der am häufigsten durchgeführten schönheitschirurgischen Behandlungen. Auch wenn die Branche von einer schmerzlosen und nebenwirkungsarmen Operationsmethode spricht: Fettabsaugungen sind keineswegs harmlose Eingriffe. Gute Beratung ist unerlässlich. Doch in einem aktuellen Test der Zeitschrift "Konsument" - untersucht wurde die Beratungsqualität der Ärzte vor einer Fettabsaugung - beraten nur zwei von neun Ärzten "sehr gut", zwei sind "gut". Häufigster Kritikpunkt der Tester: Über Risiken und Nachwirkungen wird nicht ausreichend aufgeklärt.

Die Zeitschrift hat zwei Testpersonen zu zehn Wiener Ärzten, Ambulatorien und Kliniken geschickt - beide Mitte dreißig und normal bzw. leicht übergewichtig. Eine Testperson möchte sich Fett im Bauchbereich, die andere an den Oberschenkeln absaugen lassen.

Mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz wurden das "Ambulatorium Augarten Praxiszentrum" sowie der Hautarzt "Dr. Kristen Markus" Testsieger. In beiden Fällen erfolgte eine umfassende Aufklärung und Beratung über die Operation, mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen sowie Erfolgsaussichten und ein Verweis auf mögliche Folgeeingriffe.

Bei den übrigen Testkandidaten gab es zum Teil erhebliche Mängel bei der Beratung. Vier Ärzte verlangten keinen OP-Tauglichkeitsnachweis, in fünf Gesprächen wurde nicht darauf hingewiesen, dass die Figur nach der OP möglicherweise nicht der Traumfigur entspricht. Auch die Tatsache, dass es nach der OP zu einer Gewichtszunahme kommt, wurde gerne verschwiegen. Bei der Aufklärung über die Operationsmethode wurden die Risiken von vielen nicht erwähnt. Obwohl diese keineswegs harmlos sind: "Häufige Komplikationen sind Infektionen und Lungenembolien, beim Absaugen größerer Fettmengen kann Fett in die Blutbahn gelangen, das im schlimmsten Fall sogar zu tödlichen Gefäßverschlüssen führt", informiert "Konsument"-Gesundheitsexpertin Angela Tichy über die Risiken einer Fettabsaugung.

Die Dauer der Beratung war ebenso unterschiedlich wie deren Kosten. Zwischen 12 und 65 Minuten nahmen sich die Ärzte Zeit, die Beratungsgebühren reichen von 0 bis 130 Euro.

Wer sich für eine Fettabsaugung interessiert, für den hat die "Konsument"-Gesundheitsexpertin nützliche Tipps parat:
- Vor einem Eingriff unbedingt umfassend beraten lassen. Am besten mehrere Ärzte aufsuchen und die Entscheidung nicht vom Preis abhängig machen.
- Über Ausbildung und Erfahrung des Arztes Erkundigungen einholen. - Jeder Eingriff ist mit Risiken verbunden. Seriöse Ärzte verschweigen diese nicht.
- Zwischen einem erstem und dem zweiten Gespräch sollten vier bis sechs Wochen liegen.
- Einen ausführlichen, verbindlichen Kostenvoranschlag verlangen, der sämtliche Details von der Operation bis hin zu den Nachuntersuchungen umfasst.

Noch mehr Tipps sowie die detaillierten Testergebnisse erhalten Leser in der aktuellen "Konsument"-Ausgabe und online auf www.konsument.at

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Testmagazin "Konsument"
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Mag. Sabine Burghart
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