Umweltdachverband: Polen will europaweites Naturschutznetzwerk (Natura 2000) radikal reduzieren!

- Appell des Umweltdachverbandes an Umweltminister Pröll: Lassen Sie es nicht zu, dass das wichtigste Naturschutzinstrument der EU zerstört wird!

Wien (OTS) - Beim heute beginnenden dreitägigen Umweltministertreffen der EU in Tuczno plant das Gastgeberland Polen einen massiven Vorstoß zur Aufweichung der EU-Naturschutzrichtlinien (FFH- und Vogelschutz-Richtlinie). Das Ziel des Ministertreffens soll eine europaweite, erhebliche Verkleinerung der durch die Naturschutzrichtlinien geschaffenen Natura 2000-Gebiete sein, warnt der Umweltdachverband. Polens Premierminister hat vor kurzem in einer programmatischen Rede bereits davon gesprochen, dass das Natura 2000-Netzwerk auf ein "vernünftiges Niveau" mit einem Flächen-Anteil von jeweils nur einigen wenigen Prozent der Staatsfläche reduziert werden müsse.

Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, spricht sich in einer ersten Reaktion vehement gegen diese Pläne aus. "Mit einer Aufweichung der beiden Naturschutzrichtlinien würde die Wirksamkeit eines der wichtigsten Naturschutz- und Regionalentwicklungsinstrumente der EU völlig untergraben. Um das weitere Aussterben von Tier- und Pflanzenarten endlich zu stoppen und die heimischen Naturräume wirksam zu schützen, braucht es nicht weniger sondern mehr und besser betreute Schutzgebiete. Wir appellieren daher an Umweltminister Pröll, Klartext zu reden und die Initiative Polens zu stoppen!" Statt das Natura 2000-Programm zu schwächen, sollte dieses ausgebaut und endlich vernünftig in allen EU-Staaten dotiert werden. Die richtlinienkonforme Umsetzung leidet nämlich in den meisten Mitgliedsstaaten - darunter auch in Österreich - massiv an Geldmangel und schlechter Umsetzung durch die Naturschutzverwaltungen, so Heilingbrunner.

Das EU-Schutzgebietsnetzwerk "Natura 2000" basiert auf der Flora-Fauna-Habitat (FFH)- sowie der Vogelschutz-Richtlinie und ist Europas zentrales Programm zur Sicherung der Biodiversität und des Naturerbes. Österreichs Anteil am Natura 2000-Netzwerk beträgt derzeit rund 15% von Österreichs Staatsfläche und wird aufgrund von notwendigen Nachnominierungen weiter anwachsen müssen, so Heilingbrunner abschließend.

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Tel. 0664/38 18 462;
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E-Mail: georg.raffeiner@umweltdachverband.at,
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