Eßl: Mehr Transparenz - aber nicht auf Kosten der Bauern

LK lehnt Offenlegung der EU-Förderungen ab - Schaden wäre größer als Nutzen

Wien (AIZ) - "Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht,
sollen ab 2007 alle Namen von Personen und Unternehmen veröffentlicht werden, die Förderungen von der EU erhalten. Die bäuerliche Interessenvertretung lehnt diese Pläne ab, weil damit sicher nicht das Vertrauen der Menschen in die EU gestärkt wird, sondern vielmehr genau das Gegenteil eintreten und Neid sowie Missgunst gegenüber einer Berufsgruppe wie die Bauern hervorgerufen werden." Mit diesen Worten erteilte heute Franz Eßl, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg und Obmann der Arbeitsgemeinschaft Bergbauern, dem Gesetzesvorschlag der EU-Kommission, betreffend einer Offenlegung aller Subventionsempfänger, eine klare Absage.

"Ich hätte nur dann kein Problem mit der Offenlegung von EU-Förderungen, wenn man auch unsere Umweltleistungen und die höheren Produktionskosten beziehungsweie die Ertragsminderungen gegenüberstellen und gleichzeitig auch alle öffentlichen Zahlungen an die übrige Gesellschaft veröffentlichen würde. Jetzt ist es aber so, dass mit einer solchen Maßnahme lediglich der Neid gegen die Bauern weiter geschürt und Österreichs Landwirte zu Unrecht als die großen Nehmer in der Öffentlichkeit dastehen würden. Soweit darf es nicht kommen und daher werden wir alles unternehmen, um dies zu verhindern", betonte Eßl.

"Unsere Landwirte brauchen sich für Direktzahlungen nicht zu schämen, denn dieses Geld steht ihnen als von der Gesellschaft versprochener Ausgleich für Leistungen zu, die sie im Auftrag der Bürger erbringen und für die es keinen Markt gibt. Wenn man künftig noch mehr Transparenz in die Geldtöpfe der EU bringen will, dann sollte sich die Kommission verstärkt für die lückenlose Umsetzung des bestehenden Kontrollsystems stark machen und 'Unregelmäßigkeiten' etwa bei den Strukturfonds beseitigen", forderte Eßl.

Ausgleichszahlungen kein "Bauerngeschenk"

"Österreichs Bauernfamilien erhalten als Gegenleistung für ihre Landschaftspflege sowie für verschiedene Umwelt- und Tierschutzleistungen Geld von der EU sowie von Bund und Land. Diese Direktzahlungen sind aber kein Geschenk an die Bauern, sondern eine Notwendigkeit, weil die Abgeltung all der bäuerlichen Leistungen für Landschaft, Umwelt und Tierschutz über die Preise nicht unterzubringen ist", unterstrich Eßl.
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