Erstmals Bildungszertifikat für IT-Unternehmen

Erste Qualitätssiegel von GPA und Fachverband UBIT überreicht

Wien (GPA/ÖGB) - Um den besonderen Stellenwert des lebenslangen Lernens zu unterstreichen, haben der Fachverband Unternehmungsberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) ein so genanntes "Bildungszertifikat" entwickelt. Unternehmen, die die entsprechenden Anforderungen erfüllen, werden mit einem auf drei Jahre limitierten Bildungszertifikat ausgezeichnet. Eine Besonderheit ist, dass das Modell Bildungszertifizierung in sozialpartnerschaftlichem Einvernehmen kollektivvertraglich verankert ist. Heute, Donnerstag, wurden nun die ersten Zertifikate an IT-Unternehmen überreicht. ++++

"Das Zertifikat dokumentiert die Bereitschaft der Unternehmen, eine aktive Rolle im Prozess des lebensbegleitenden Lernens verantwortungsvoll wahrzunehmen", erklärt Dipl. Ing. Wilfried Seyruck, Vorsitzender des IT-Ausschusses im Fachverband UBIT. "Investitionen in die fachliche Qualifikation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind für IT-Unternehmen geradezu ein Muss, um im Wettbewerb bestehen zu können", führt Seyruck aus. Eine am Unternehmensziel orientierte Weiterbildung der Mitarbeiter ist daher besonders wichtig: "Gerade in der IT Branche ist die Kurzlebigkeit des Wissens besonders stark ausgeprägt." Die Förderung der ständigen fachlichen und persönlichen Aus- und Weiterbildung sei dem Fachverband UBIT als Interessenvertretung der Arbeitgeberseite ein besonders wichtiges Anliegen. Gut ausgebildete Mitarbeiter stellen einen Erfolgsfaktor für das Bestehen in einem intensiven Wettbewerbsumfeld dar.

Der stellvertretende Geschäftführer der GPA, Karl Proyer betonte, dass die Bildungszertifizierung neben der Bildungsfreistellung und der Mitbestimmung der MitarbeiterInnen einen weiteren innovativen Weg darstelle, die Bildungsanforderungen und den Bildungsbedarf für die Zukunft zu entwickeln. "Für Unternehmen ist der ständige Prozess der Qualifizierung der MitarbeiterInnen eines der wichtigsten Erfolgsrezepte. Die Zertifizierung ist jedenfalls der konstruktivere Weg als die zuletzt von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen, per Gesetz die Rahmenbedingungen für die Rückerstattung der Ausbildungskosten für die Beschäftigten zu verschlechtern", so Proyer.

Dr. Susanne Sucher, GPA-Verhandlungsführerin in der IT-Branche sieht die Bildungszertifizierung als wichtiges Signal für die Beschäftigten im Unternehmen, um auch die eigene Position aufzuwerten. Zweifellos könnten Beschäftigte aus Unternehmen, die entsprechend in die Weiterbildung investieren, mit einer höheren Arbeitsplatzsicherheit rechnen.

Als Zertifizierungsstelle wurde die Quality Austria beauftragt. Diese wurde 2004 als Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs-GmbH gegründet. Durch das gebündelte Fachwissen der dahinter stehenden vier wichtigsten österreichischen Qualitätsorganisationen ÖQS, ÖVQ, ÖQA und AFQM ist die Quality Austria nationaler Marktführer und damit erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Integrierte Managementsysteme und Branchenstandards. Die Akkreditierung durch das BMWA garantiert die neutrale und unabhängige Durchführung der Zertifizierung.

Rene Tritscher, Geschäftsführer des Fachverbandes UBIT, zeigte sich in Bezug auf das Bildungszertifikat erfreut, "dass durch die neutrale Zertifizierungsstelle Quality Austria und ein transparentes Verfahren bei der Vergabe der hohe Stellenwert des 'Qualitätssiegels Bildungszertifikat' garantiert ist."

Sowohl GPA als auch Fachverband UBIT sind überzeugt, dass das Zertifikat sowohl für kleine und mittlere als auch für größere Unternehmen maßgeschneidert seien: Das zeigen auch die ersten beiden zertifizierten Unternehmen, die BEKO Engineering & Informatik AG (600 MitarbeiterInnen) sowie die MP2-Solutions GmbH (14 MitarbeiterInnen). Die Sozialpartner gratulieren den beiden Betrieben herzlich zum Bestehen des Audits "und drücken ihre Überzeugung aus, dass noch viele Unternehmen die Erlangung des Bildungszertifikats anstreben werden."

ÖGB, 24. August
2006
Nr. 552

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