Forum Land und ARA präsentieren agrarisches Projekt zur Abfallvermeidung

Kaltenegger: Maßnahmen müssen sich für die Bauern rechnen

Wien (AIZ) - "Die Bäuerinnen und Bauern sind gerne bereit, auf ihren Höfen ihren Beitrag zur Abfallvermeidung zu leisten. Nur müssen sich diese Maßnahmen auch rechnen. Daher haben wir gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) ein Projekt ins Leben gerufen, das sich dem Thema Müllvermeidung auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben widmet." Das teilte heute der Geschäftsführer von Forum Land, Fritz Kaltenegger, bei der gemeinsamen Präsentation des Projektes mit ARA-Vorstand Christian Stiglitz in Wien mit.

"Wir wollen damit den Bäuerinnen und Bauern praktikable Wege aufzeigen, wie Abfallvermeidung zu Kosteneinsparungen und damit zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen kann", umriss Kaltenegger die Ziele dieser im land- und forstwirtschaftlichen Bereich bisher einzigartigen Initiative. "Kosteneinsparung am Betrieb wird eines der bestimmenden Themen in den nächsten Jahren sein. Hier ist es notwendig, alle Potenziale auszuschöpfen, um auch im stärker werdenden internationalen Wettbewerb bestehen zu können", unterstrich der Geschäftsführer.

Sechs Teilbereiche

Das Gesamtprojekt wurde vor eineinhalb Jahren initiiert und ist in sechs Teilbereiche gegliedert: Zunächst wurden Strukturdaten erarbeitet und Vor-Ort-Erhebungen auf 80 ausgewählten Betrieben (aller Produktionssparten) durchgeführt. Danach erfolgte die Erstellung eines Konzeptes zur Abfallvermeidung. Nach Abschluss dieser Erhebungsarbeiten werden nun Beratungsunterlagen für die Schulung von Abfallberatern erarbeitet. Danach gibt es für Multiplikatoren und Betriebe spezielle Schulungsmaßnahmen. In einem weiteren Schritt soll im kommenden Jahr ein "Abfall-Innovationspreis" ausgeschrieben werden. Als Abschluss werden Pilotprojekte auf Basis der Ergebnisse dieses Preises initiiert. Darüber hinaus wird gemeinsam mit der ARA eine Förderungsinitiative zur Abfallvermeidung gestartet. "Vorrangig sollen Investitionsprojekte, die zu einer dauerhaften Abfallvermeidung beitragen, finanziell unterstützt werden", so Kaltenegger.

Großes Vermeidungspotenzial bei Silofolien

"Ziel unseres gemeinsamen Projektes mit Forum Land und dem Bauernbund war es, Grundlagen zu schaffen, um in den rund 190.000 landwirtschaftlichen Betrieben die dort vorhandenen Abfallvermeidungspotenziale so weit wie möglich sinnvoll auszuschöpfen", erläuterte ARA-Vorstand Stiglitz. Die vielfältige Struktur der österreichischen Landwirtschaft bedinge es, dass betriebstypische Abfälle unterschiedlichster Herkunft anfallen.

"Durch die Vor-Ort-Erhebung bei den Betrieben konnten die typischen Abfallarten sowie Vermeidungspotenziale erhoben werden. Erfreulich ist, dass der mengenmäßig bedeutendste Abfall, nämlich rund 7 Mio. t biogene Stoffe, zur Gänze im Produktionskreislauf bleibt, indem er als Wirtschaftsdünger auf den Feldern ausgebracht wird. Silofolien als mengenmäßig zweitgrößte Abfallart bergen bereits ein deutlich größeres Vermeidungspotenzial. Rund 4.000 t fallen davon im Jahr in Österreich an. Ein durchaus realistisches Einsparungsziel von nur 10% bedeutet also bereits 400 t weniger an Produktion und Entsorgung", erläuterte Stiglitz. "Allein hier wären somit Einsparungen von durchschnittlich EUR 250,- pro Betrieb und Jahr möglich", gab Kaltenegger zu bedenken. Möglich wäre dies etwa durch eine Anpassung der Siliertechnik.

"Auch bei den anderen typischen landwirtschaftlichen Abfällen (Futtermittel-, Dünger- und Saatgutsäcke sowie Ballenschnüre und Pflanzenschutzmittelbehälter) könnten durchaus nennenswerte Mengen eingespart werden", betonte der ARA-Vorstand. Die Nutzung der Abfallvermeidungs-Möglichkeiten solle durch direkte Beratung der einzelnen Betriebe ermöglicht werden. Die entsprechenden Unterlagen würden gerade erstellt und im Herbst an die Bezirksbauernkammern versandt. "Außerdem werden in Schulungen die rund 220 österreichweit für das ARA-System tätigen Abfallberater/-innen über dieses Projekt informiert und mit den Unterlagen ausgestattet. Spätestens im Winter sollten Landwirte die Möglichkeit haben, sich mit ihren Fragen an bestens geschultes Personal zu wenden und die Möglichkeiten zur Abfallvermeidung auf ihrem Betrieb analysieren zu lassen", so Stiglitz.

Förderung abfallvermeidender Investitionen auch für Bauernhöfe

Als wichtigen Punkt für die Umsetzung dieses Vorhabens sieht die ARA die Erleichterung von Investitionen in derartige Maßnahmen. Deshalb plant sie, ihre derzeitige Förderungsinitiative für abfallvermeidende Maßnahmen in Klein- und Mittelbetrieben in Kooperation mit dem Bauernbund auch auf den landwirtschaftlichen Bereich auszudehnen. Kaltenegger schätzt, dass sich das entsprechende Fördervolumen insgesamt auf rund EUR 150.000,- belaufen würde. (Schluss) kam

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