Gradwohl zu Agrarförderungen: ÖVP agiert gegen Interessen der Bauern

Auch Bergbauern-Obmann im "Kurier" für Transparenz - Grillitsch betreibt antiquierte Agrarpolitik

Wien (SK) - "Die helle Aufregung des Bauernbundpräsidenten zu den gestrigen Aussagen von SPÖ-Europasprecher Caspar Einem ist künstlich, unverständlich und zeugt zum wiederholten Mal von der mangelnden Aufgeschlossenheit des Bauernbund!" So reagierte SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl Donnerstag auf die aktuelle Debatte um die Veröffentlichung von EU-Subventionsempfängern. Grillitsch habe "einmal mehr, in Ermangelung von Fachargumenten, die 'Ideologiekeule' ausgepackt", so Gradwohl. Er verkenne im Gleichklang mit Minister Pröll die Interessen der Bauern und agiere direkt gegen diese. "Das beweisen die heutigen Aussagen von Bergbauern-Obmann Eßl im 'Kurier', das beweisen tausende Bauern in der IG Milch und der ARGE für eine gerechte Förderpolitik", so der SPÖ-Abgeordnete. Gradwohl:
"Grillitsch und Pröll machen einigen wenigen Großagrariern die Mauer, obwohl sich eine überwiegende Mehrheit der Bauern zur vollen Transparenz bei den Fördergeldern bekennt. Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen, es geht um Gerechtigkeit." ****

Transparenz, so Gradwohl, sei "eine Sache der Perspektive. Was ist denn wirklich dabei, wenn der Finanzminister mit dem Landwirtschaftsminister vereinbart, in welcher Form die EU FörderbezieherInnen offen gelegt und wirklich transparent gemacht werden? Dem Einen reicht eben eine beschmutzte und beschlagene Scheibe, durch die er hell und dunkel unterscheiden kann. Der Andere möchte eben klaren Durchblick und beste Sicht. So ist Transparenz halt auch eine Frage des Gesichtpunktes, ob antiquiert und eingeschränkt, oder offen und gerecht", verglich Gradwohl mit Blick auf Grillitsch.

Im übrigen sei "schleunigst" anscheinend ein Lieblingswort des Bauernbundpräsidenten, "allein wenn es um sein eigenes Handeln geht ist es ein Fremdwort", ergänzte der SPÖ-Abgeordnete. Der Bauernbund habe seit Jahren die Zeichen der Zeit verkannt und dementsprechend antiquierte Agrarpolitik betrieben. "Keine Gerechtigkeit, keine Fairness für alle und daher auch Angst vor der Veröffentlichung", fasste Gradwohl zusammen. Nicht von ungefähr prophezeien Fachleute der österreichischen Agrarpolitik einen heissen Herbst. Habe es doch der Bauernbund verabsäumt, die Neuordnung des Marktordnungsgesetzes rechtzeitig in Angriff zu nehmen und die Verhandlungsangebote der SPÖ zu nützen, so der Agrarsprecher weiter.

"Schluss mit der Klientelpolitik für Großgrundbesitzer und Bodenrentenbezieher! Sie sollten 'schleunigst' die Zeichen der Zeit erkennen und für mehr Gerechtigkeit in der Agrarpolitik sorgen! Keine kalte Enteignung der Bauern und Bäuerinnen durch die Betriebsprämie, sondern ausnützen der Spielräume der EU auf nationaler Ebene ist angesagt. Ein bisschen weniger Angst, ein bisserl mehr Mut und alle Agrarier profitieren davon, vielleicht nicht die Großgrundbesitzer, sei's drum", schloss Gradwohl. (Schluss) js/mm

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0010