Pädagogische Hochschulen: Niederwieser wirft Gehrer Nivellierung nach unten vor

ÖVP agiert nach dem Motto "Nur ein schwarzer Lehrer ist ein guter Lehrer"

Wien (SK) - "Nur ein schwarzer Lehrer ist ein guter Lehrer. Nach diesem Motto werden Institutionen der Lehrerbildung kohlrabenschwarz eingefärbt", kritisiert SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser die Bestellung der GründungsrektorInnen an den neuen Pädagogischen Hochschulen durch Ministerin Gehrer. "Gehrer redet gerne über Weltklasse und bevorzugt das Mittelmaß", beanstandet Niederwieser, denn "'googelt' man die beiden Neuen Dagmar Hackl und Josef Sampl, bekommt man keineswegs eine Liste ausgewiesener wissenschaftlicher Publikationen etwa gar aus dem Bereich der Lehrerbildung sondern zunächst einmal lauter ÖVP-Seiten", so der SPÖ-Bildungssprecher Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Zuerst habe Gehrer eine ÖVP-Mehrheit in den Hochschulräten bestellt, dann hätten diese Damen und Herren ÖVP-nahe oder geeichte ÖVP-FunktionärInnen als Rektoren vorgeschlagen, wie etwa in Salzburg den ÖVP-Abgeordneten Josef Sampl oder in Wien die Generalsekretärin der ÖVP-Frauen Dagmar Hackl. Damit wolle er, Niederwieser, nicht allen der bisher bestellten Personen ihre wissenschaftliche Qualifikation und ihre Führungsqualität absprechen, "aber in Summe wurde die Führungsebene nach unten nivelliert".

Ein unverzeihlicher Akt sei die Entscheidung in Oberösterreich, wo Dr. Josef Fragner die dortige Pädak des Bundes zu einer national und international anerkannten Einrichtung gemacht habe, die auch von den Universitäten als gleichberechtigte postsekundäre Einrichtung anerkannt wurde, "das ist wahrlich nicht leicht", betonte Niederwieser. "Persönlich habe ich diese Pädak für Österreichs beste gehalten und das hat nichts mit seiner politischen Einstellung zu tun. Für Gehrer und die 'VP-Stahlhelme' hatte Fragner aber die falsche Farbe", so Niederwieser.

Was für den SPÖ-Bildungssprecher ebenfalls schwerwiegend ist, sind die bei den Bestellungsverfahren in großer Zahl passierten Formalfehler. "Ich habe Mails und Briefe von Personalvertretungen, die in ihrem gesetzlichen Recht auf Stellungnahme übersehen wurden, aber auch Informationen über Fristprobleme und andere für ein Ressort typische Fehler, in dem Macht vor Recht geht. Da werden noch einige zu tun bekommen - vom Verwaltungsgerichtshof bis zur Volksanwaltschaft", so Niederwieser abschließend. (Schluss) cs/mm

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