Rekordergebnis für Stein- und keramische Industrie im 1. Halbjahr ´06

Trendwende zu mehr Beschäftigung

Wien (PWK545) - Die Stein- und keramische Industrie hat im 1. Halbjahr 2006 ein Rekordergebnis erzielt. Hundert Millionen Euro mehr Umsatz entsprechen einem Wachstum von 7,06% auf 1,55 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung für Baustoffproduzenten und Hersteller keramischer Produkte hält damit schon das 3. Jahr an. Sie leisten dadurch ihren Beitrag zur Anhebung des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes auf möglicherweise 3% im heurigen Jahr. Das ist bekanntlich jene Marke, die auch eine Zunahme der Beschäftigung und einen Abbau der Arbeitslosigkeit voraussetzt. In der Stein- und keramischen Industrie hat die Trendwende zu wieder mehr Beschäftigung bereits im vergangenen Jahr eingesetzt. Nach einem Verlust von mehr als 30% der Arbeitsplätze seit 1995 ist im 1. Halbjahr 2006 die Zahl der Beschäftigten um 1,31% auf knapp 15.500 Arbeiter und Angestellte gestiegen.

Die Ursachen für diesen erfreulichen Aufschwung bei Umsatz und Beschäftigten sieht Fachverbandsobmann Erhard Schaschl in der starken Auslastung der Bauwirtschaft und in der anhaltend guten internationalen Konjunktur: "Unsere Firmen arbeiten mit Volldampf, weil der Tiefbau boomt und der Hochbau sich weiter erholt." Das Wachstum des realen Bauvolumens beschleunigt sich heuer auf +2,5% (2005 +1,5%). Schwächen zeigen sich allerdings noch im größten Sektor, dem Wohnbau, der mehr als 20% Anteil an Bauproduktionswert hat. Mit etwa 42.000 fertig gestellten Wohneinheiten im Jahr 2005 liegt Österreich um knapp 10% unter dem langjährigen Durchschnitt. Aufgrund der erst Ende 2005 revidierten Bevölkerungsprognose der Statistik Austria wäre es aber notwendig, bis 2010 jährlich 54.000 Wohnungen zu errichten. Nur dadurch könnte der durch den starken Zuzug nach Österreich bewirkte Nachfrageüberhang befriedigt werden. Sehr zufrieden zeigt sich Schaschl mit dem Tiefbau, der weiterhin auf einem Investitionsniveau von etwa 3 Milliarden Euro jährlich verharrt. Dieser Betrag teilt sich annähernd zu gleichen Teilen auf Schiene und Straße auf.

Große Sorgen hat die Branche mit der Kosten- und Preisentwicklung. Die alarmierenden Preissteigerungen im Energiesektor kann in den Verkaufserlösen bei weitem nicht untergebracht werden. Die Mitgliedsfirmen des Fachverbandes kämpfen mit bis zu 40% höheren Einstandspreisen vor allem für Öl, Gas und Strom. Wesentlich verschärft wird diese Situation durch den Emissionshandel. Derzeit gibt es intensive Auseinandersetzungen über die Zuteilung von CO2 Emissionsrechten für den Zeitraum 2008-2012. Nach dem aktuellen Verhandlungsstand könnten der Stein- und keramischen Industrie mehrere hunderttausend Emissionszertifikate fehlen. Dieses Defizit an Emissionsrechten ist geeignet, das natürliche Wachstum der Branche zu behindern, betonte Fachverbandsobmann Schaschl abschließend. (us)

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