Familienbund schlägt Mischmodell mit österreichischen Fachkräften für Pflege und osteuropäischen Au-Pairs als Betreuungspersonal vor.

Linz (OTS) - Ohne die geschätzten 40.000 großteils aus den neuen EU Nachbarländern und weiteren osteuropäischen Ländern kommenden Pflege- und Betreuungskräften stünden tausende österreichische Familien mit schwersten Pflegefällen vor derzeit unlösbaren Problemen. Laut Sozialministerium gab es 2005 in ganz Österreich in öffentlichen und privaten Einrichtungen insgesamt 49.000 Pflegeplätze. Der Wegfall der ausländischen Pflegkräfte würde also nahezu eine Verdoppelung erforderlich machen. Hinzu kommt, dass sich dieses Problem durch den demografischen Wandel massiv verschärft. Ein Wegfall der Pflege Zuhause durch die Unterbindung dieses jetzigen Systems ist kurz- und wahrscheinlich auch mittelfristig mit dem derzeitigen Steueraufkommen in der Republik nicht finanzierbar. Die Familien sind sicherlich sehr interessiert, dass dieses bisher unumgängliche System legalisiert wird, wobei aber ohne eine offene Diskussion über Tabus, wie einen geteilten Arbeitsmarkt usw., eine Lösung vor allem aus finanziellen Gründen kaum möglich ist, so der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger, weiter.

Eine "Rund um die Uhr" Pflege bzw. Betreuung erfordert nach dem derzeitigen österreichischen Arbeitsrecht den Einsatz von zumindest 3 vollzeitbeschäftigten Personen. Pflegekräfte sind auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu einem Vollzeitgehalt inklusive Nachtarbeit von Euro 1.200,- praktisch nicht zu bekommen. Wahrscheinlich sind auch nur wenige derzeit arbeitlose Personen bereit bzw. geeignet sich für diese Tätigkeit umschulen zu lassen. Insgesamt würde allein das Gehalt dieser Personen an die Euro 5.000,-inkl. Arbeitgeberabgaben monatlich ausmachen. Hinzu kommen die Kosten der Lohnverrechnung, Personalsuche und des sonstigen Verwaltungsaufwandes dieser dann tausenden "Kleinbetriebe" oder der vermittelnden Organisationen, die Pflegekräfte beschäftigen. Dem steht der Kostenaufwand für die sogenannten "tschechischen Krankenschwestern", die in einem 14 tägigen Schichtdienst abwechselnd "Rund um die Uhr" Betreuung anbieten von ca. Euro 1.500,- gegenüber. Dieses Entgelt empfinden sie keineswegs als Ausbeutung, weil es wesentlich höher ist als ihr durchschnittliches Lohnniveau Zuhause. Es gibt wahrscheinlich kaum Familien in Österreich, die sich die Euro 5.000,- monatlich über längere Zeit hindurch leisten können

Der Familienbund schlägt als kurz- oder mittelfristige Lösung ein Kombinationsmodell von nach österreichischem Arbeitsrecht zu finanzierenden Pflegekräften, die die fachlich anspruchsvollen Aufgaben, vor. Die zusätzlich erforderlichen vielen Betreuungsstunden könnten Au-Pairkräfte abdecken, sodass insgesamt die Kosten für die Familien bei den ca EUR 1.500,-- wie bisher bleiben könnten, so der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger.

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