Gusenbauer: Mehr Lehrplätze und Berufsmatura im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Kuntzl: "Wir brauchen politischen Wechsel auf Bundesebene für aktive Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit"

Wien (SK) - "Es handelt sich hier um eine großartige Einrichtung, und die Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen bestätigen das auch", so SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der SPÖ-Familiensprecherin und Wiener Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl, Andrea Kuntzl, in der Lehrwerkstätte "Jugend am Werk". "Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist ein Hauptziel der Sozialdemokratie, denn eine entwickelte Gesellschaft muss ihren jungen Menschen eine gute Ausbildung für einen guten Start ins Leben bieten, und nicht das Signal aussenden, dass für die jungen Menschen kein Platz ist", so Gusenbauer. Kuntzl stellte fest, dass in Wien deutlich mehr getan werde, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. "Aber natürlich sind wir auch von der Bundespolitik abhängig, und die Bundesregierung hat nichts getan, um den Jugendlichen bessere Chancen zu bieten", erklärte Kuntzl. ****

Nach einem Rundgang in der Lehrwerkstätte "Jugend am Werk" berichtete Gusenbauer, dass er einige Jahre im direkt angrenzenden Studentenwohnheim gelebt habe. "Schon damals gab es gute Kontakte zu 'Jugend am Werk', denn die Lehrlinge hier haben uns oft sehr kompetent ausgeholfen, wenn unsere Fahrräder oder Mopeds defekt waren", erinnerte sich Gusenbauer.

In der Frage der Jugendarbeitslosigkeit müsse in Österreich viel geschehen. "Deshalb haben wir im SPÖ-Präsidium in Saalfelden ein 10-Punkte-Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorgestellt", betonte Gusenbauer. Er erklärte, dass es Einrichtungen wie "Jugend am Werk" nur dann gebe, wenn sie durch die öffentliche Hand finanziert werden. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wollen wir noch mehr Subventionen für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, auch wenn wir wissen, dass dadurch keine neuen Lehrstellen geschaffen werden, oder wollen wir Einrichtungen, die ergänzende Lehrplätze bieten, wie das diese Lehrwerkstätte tut", so der SPÖ-Vorsitzende. Deshalb müsse man die Ausgleichsmaßnahmen auf 10.000 Plätze aufstocken. "4.500 davon sollen in Lehrwerkstätten geschaffen werden", präzisierte Gusenbauer.

Ein weiterer Vorschlag der SPÖ ist die Berufsmatura. "Ich bin der Meinung, dass unser Modell der Berufsmatura eine ausgezeichnete Möglichkeit ist, auch den Lehrlingen die Möglichkeit zu geben, gleichzeitig, mit der Facharbeiterprüfung auch die Matura abzulegen", so Gusenbauer. Damit würden Lehrberufe eine enorme Aufwertung erfahren.

Kuntzl: Jobs und Bildung sind auch sozialpolitische Maßnahmen

"Im Unterschied zu den vielen Aktivitäten in Wien sind wir auf Bundesebene mit einer abgehobenen Ignoranz der Regierung konfrontiert. Die Folge ist, dass sich die Jugendarbeitslosigkeit verdoppelt", kritisierte Kuntzl. Es sei aber auch unverständlich, dass die selbsternannte Wirtschaftspartei ÖVP nichts für die Ausbildung getan habe. "Dabei ist es fast eine Binsenweisheit, dass es für den Wirtschaftsstandort besonders gut ist, wenn es auch gut ausgebildete Arbeitskräfte gibt."

Es sei aber auch im Sinne einer Großstadt eine wichtige Investition in die soziale Frage, wenn man jungen Menschen Ausbildung und Jobchancen biete. "Die Unruhen in Paris vor wenige Monaten sind auch deshalb passiert, weil es dort viele Jugendliche gibt, die keine Perspektiven haben", betonte Kuntzl. Obwohl die Arbeitslosigkeit in Wien 2005 als einziges Bundesland zurückgegangen sei und die Jugendarbeitslosigkeit so niedrig sei, wie nirgendwo sonst in Österreich, sind in Wien doch auch die Auswirkungen der Bundespolitik festzustellen. "Wir brauchen den politischen Wechsel auf Bundesebene, und wir wollen Verantwortung übernehmen, um aktive Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu setzen", so Kuntzl abschließend. (Schluss) js

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