Vor der Wahl: Ärzteschaft für neue Wege in der Gesundheitspolitik (3)

Forderungskatalog an wahlwerbende Parteien

Wien (OTS) - Die Therapie: Ärztliche Verbesserungsvorschläge und Forderungen an wahlwerbende Parteien und künftige Bundesregierung

1) Für wohnortnahe Versorgung

· eine entscheidende Einbindung der Ärzte und ihrer Vertretung als Kenner und damit legitime Vermittler der unmittelbaren Patientenbedürfnisse in die Arbeit der Gesundheitskommission des Bundes und der Gesundheitsplattformen der Länder.

· Beibehaltung und Ausbau des dezentralen Leistungsangebotes.

· neue Praxis- oder Kooperationsformen mit entsprechenden Finanzierungs-möglichkeiten zu erweiterten medizinischen und zeitlichen Leistungsangeboten, die eine flexible und moderne Versorgung der Patienten und Patientinnen außerhalb der Spitäler ermöglicht.

2) Für umfassendes und modernes medizinisches Leistungsangebot

· Abbau des Modernisierungsstaus bei den Kassenleistungen.

· die flächendeckende Sicherstellung der stationären Grundversorgung.

· Fördermaßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Landmedizin.

· Medikamentenabgabe durch die niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen.

· Aufhebung problematischer Limitierungen von Kassenleistungen sowie finanzieller Deckelungen und Budgetierungen jeglicher Art.

3) Gegen Bürokratisierung

· umgehender Bürokratiestopp sowie sofortige Abschaffung unplausibler und behindernder Bewilligungs-, Dokumentations- und technischer Vorschriften.

· Abgeltung des zusätzlichen, von außen verordneten Bürokratieaufwandes durch die Kassenhonorare.

· Aufhebung der Chefarztpflicht und der unpraktikablen Heilmittel-Kontrollverordnung.

· Übertragung von Verwaltungsarbeiten in den Spitälern an eigene Dokumentationsassistenten und Abteilungssekretariate.

· eine von den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen mittragbare, leistbare Diagnosecodierung.

· Aufhebung der in der 15a-Vereinbarung mit den Ländern getroffenen Regelung, dass ambulante Leistungen (d.s. Leistungen des Ambulanz-und niedergelassenen Bereichs) gemeinsam gedeckelt finanziert werden sollen.

4) Gegen Qualitätsverlust

· Einsetzung von zusätzlichen ausbildungsverantwortlichen Fachärzten und Fachärztinnen.

· obligatorische Umsetzung des von der Österreichischen Ärztekammer erarbeiteten Turnusärzte-Tätigkeitsprofils zur Sicherung eines funktionsgerechten Einsatzes der in Ausbildung stehenden Mediziner und Medizinerinnen.

· unverzügliche Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin mit intensiverer und längerer praktischer Ausbildung.

· verpflichtende Absolvierung einer einjährigen Lehrpraxis bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen sowie deren öffentliche Finanzierung.

· Beseitigung von Finanzierungsengpässen und Ressourcenbereitstellung zur Vermeidung des drohenden Qualitätsverlusts.

5) Gegen Verrechtlichung

· vorrangige rechtliche Absicherung der ärztlichen Freiheit in Diagnose und Therapie.

· rechtliche Gleichstellung von ärztlicher Verantwortung und Patientenpflichten.

6) Gegen Benachteiligung der Ärztinnen und Ärzte

· sofortige Umsetzung der gesetzlichen Arbeitszeitbestimmungen für Spitalsärzte und Spitalsärztinnen sowie spürbare Sanktionen bei Verstößen.

· Lebens-Arbeitszeit-Modell zur Pensionsbemessung für Spitalsärzte und Spitalsärztinnen als Äquivalent für überlange Ausbildung und weit überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz während des gesamten Berufslebens.

· Absenkung der Pensionsbeiträge für niedergelassene Ärzte und Ärztinnen auf das Niveau der GSVG-Versicherten.

· einkommensteuerliche Entlastung analog zur jüngst in Kraft getretenen Absenkung der Körperschaftssteuer.

· umgehende Abschaffung des vom Parlament beschlossenen Solidarfonds zur Bedienung von Schäden, die Ärzte und Ärztinnen in krimineller Absicht verursachen. (Schluss)

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