Alpbach: Energieeffizienz ist wichtiges umweltpolitisches Ziel

Umwelt-, Energie- und Verkehrsexperten treten bei den Alpbacher Reformgesprächen für internationale Lösungen in umweltpolitischen Fragen ein

Wien (PWK539) - "Die Wirtschaft existiert nicht losgelöst von den natürlichen Ressourcen der Erde", stellt Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur in Wien in ihrem Eröffnungsstatement fest. Die Klimaforscherin erläutert den deutlichen Eingriff der Menschheit in den Naturhaushalt der Erde durch die Verwendung von Mineralstoffen als Brennstoffe. Die steigende CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre bewirke den globalen Klimawandel. Zusätzlich mache die explodierende Bevölkerungsentwicklung eine Anpassung an das veränderte Klima unmöglich. "Es gibt gravierende Probleme zu lösen, was zusätzlich dadurch erschwert wird, dass uns zukünftig weniger Energie zur Verfügung stehen wird, da die Verfügbarkeit von Öl, dem Energieträger Nr. 1, zur Neige geht", so Kromp-Kolb. Sie fordert kreativere, schnellere und bessere Lösungsansätze in der weltweiten Energiepolitik.

"Es ist falsch, ausschließlich Mobilitätsverzicht zu predigen. Verzicht allein ist zu wenig", meint Umweltminister Josef Pröll. Vielmehr solle die Politik Anreizsysteme zur Verfügung stellen, die der Bevölkerung den Umstieg auf ökologisch verträgliche Verkehrsmittel erleichtern. Besonders wichtig seien auch eine Verbesserung der Technologien und die Entwicklung alternativer Treibstoffe. Energieeffizienz habe höchste Priorität. Pröll befürwortet ein Zurückdrängen fossiler Energieträger und Investitionen in erneuerbare Energie. Weiters habe sich Österreich mit dem Erreichen der Kyoto-Ziele bis 2012 ein hochgestecktes Ziel gesetzt, welches es zu erreichen gilt.

"Die intensive Dynamik des EU-Außenhandels führte zu einem enormen Anstieg der Importe und Exporte nach und aus Europa. Dementsprechend hat in Westeuropa auch die Transportaktivität erheblich zugenommen", meint Stefan Rommerskirchen, Geschäftsführer von ProgTrans. Der Anstieg der Transportleistungen werde sich in Europa bis 2020 fortsetzen - kurzfristig weiterhin auf der Straße. Durch die LKW-Maut, die in manchen europäischen Ländern bereits nach ökologischen Kriterien bemessen wird, werde der Straßengüterverkehr in Zukunft auch sauberer werden. "Wer Arbeitsteilung und politische Integration befürwortet und an seinen heutigen Konsumgewohnheiten festhalten will, muss den daraus resultierenden Güterverkehr in Kauf nehmen.", so der Verkehrsexperte.

Günther Ofner, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Holding, sieht Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Preisgünstigkeit als die zentrale Themen in der Energieversorgung. Da die Politik keine ausreichenden Antworten auf die energiepolitischen Herausforderungen habe, vermisst Ofner eine international konzertierte Vorgangsweise. Auf österreichischer, europäischer und globaler Ebene müssten gemeinsame Lösungen, die alle Energieträger beinhalten, gesucht werden. "Der einzige Energieträger, der weltweit in ausreichendem Maße vorhanden ist, ist Kohle. Hier wurde verschlafen, neue Kohletechnologien zu entwickeln, die ohne CO2-Emmissionen Strom aus Steinkohle erzeugen können.", so Ofner. Abschließend forderte er ein Bündeln der Kräfte in der heimischen Energiewirtschaft: Der Export von Umwelttechnik in osteuropäische Länder sei eine große Chance für österreichische Unternehmen.

Der freie Publizist Dirk Maxeiner tritt dafür ein, in der Energiepolitik die Ressourcendiskussion von der Klimadiskussion zu trennen und zeigte sich skeptisch gegenüber allzu weit weg liegenden Zukunftsszenarien, wie sie in den Medien hochgespielt würden. In der Klimaberichterstattung seien die Katastrophenszenarien oft stark übertrieben. Auch in Hinblick auf die Kyoto-Ziele sollten in der Umweltdiskussion mehr Differenzierung und weniger Moralisieren vorherrschend sein, meint Maxeiner. (TB)

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