ÖGJ-Eder: Wählen ab 16 verringert Politikverdrossenheit

Für Jugendliche mit Wahlrecht wird Politik zum Thema - Chance für Nationalratswahl 2006 verspielt

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Dass das aktive Wahlrecht für 16-Jährige das Interesse an Politik unter den Jugendlichen erhöht, ist längst belegt. Diese Chance wurde für die kommende Nationalratswahl wieder einmal verspielt", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder: "Gibt man den Jugendlichen die Möglichkeit zur Mitbestimmung, dann nutzen sie diese auch und gehen zur Wahl."++++

Wie die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, stimmt das Vorurteil vom politikverdrossenen Teenager nicht. Die Zahl der Anfragen zu diesem Thema bei der Wiener Jugendinfo sei von 2001 bis 2005 von 145 auf 3043 gestiegen. Das sei offensichtlich durch "Wählen mit 16" ausgelöst worden: Vor der Wien-Wahl 2005, an der erstmals 16-Jährige teilnehmen durften, hätte es zahlreiche Fragen zu Parteiprogrammen gegeben.

Auch eine Studie, die das Österreichische Institut für Jugendforschung (ÖIJ), SORA und dem Wissenschaftszentrum nach der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl 2005 durchgeführt hat, belegt, dass die Wahlbeteiligung der 16- bis 18-jährigen ErstwählerInnen etwa gleich hoch ist wie die Gesamtwahlbeteiligung.

Studie: Jugendliche fühlen sich dank Wahlrecht erstmals ernst genommen

Erfragt wurden auch die Motive der Jugendlichen zur Wahl zu gehen. An erster Stelle stand die Möglichkeit zur Mitbestimmung. "Die Jugendlichen hatten das Gefühl zum ersten Mal von der Politik ernst genommen zu werden", sagt Eder. Die Jugendlichen bekennen sich einhellig zu den Grundwerten der Demokratie, diese seien fest in ihrem persönlichen Wertesystem verankert, so die Studie.

"Für Jugendliche mit Wahlrecht wird Politik zum Thema. Die große Mehrheit hat mit Freunden, Eltern oder LehrerInnen über die Wahlteilnahme gesprochen. Dass die Regierungsparteien den 16-Jährigen immer noch die nötige Reife zum Wählen auf Bundesebene absprechen, ist ein demokratiepolitischer Skandal", so der ÖGJ-Vorsitzende. Die ÖGJ fordert das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren auf Gemeinde-, Landes-, Bundes- und Europaebene.(fk)

SERVICE: Das Plakatmotiv zur aktuellen ÖGJ-Kampagne "Geh' wählen!", das junge Erwachsene zur Wahrnehmung ihres Wahlrechts auffordert, steht unter www.oegj.at als Download zur Verfügung.

ÖGB, 22. August
2006
Nr. 546

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