Mit sauberem Wasser gegen die Armut

"Capacity-Building" ist Ausweg aus Armutsspirale - Rotkreuz-Generalsekretär beim Europäischen Forum Alpbach

Wien (Rotes Kreuz) - Nach neuesten Studien leidet rund ein Drittel der Weltbevölkerung unter Wasserknappheit. Die weit reichenden Folgen des Wassermangels mindert das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) weltweit in 13 Wasserprojekten, die etwa 250.000 Menschen helfen.

Katastrophenvorsorge und Stärkung der Selbsthilfe-Fähigkeiten ("Capacity Building") lautet das Erfolgs-Duo der Rotkreuz-Wasserexperten. "Dieses nachhaltige Rezept fördert die Entwicklung in besonders armen Ländern", sagt ÖRK-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky anlässlich der Weltwasserwoche, die zurzeit in Stockholm stattfindet.

"In der Soforthilfe können wir 15.000 Menschen täglich mit Trinkwasser versorgen. Die große Kunst ist es aber, für diese Menschen einen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser und damit einen Weg aus der Armutsspirale zu schaffen."

Die Errichtung von Wassersystemen in verarmten Dörfern in Ost-Timor ist ein erfolgreiches Beispiel für den ÖRK-Zugang. Im ärmsten Land Asiens verfügt nur jeder zweite Haushalt über sauberes Trinkwasser. Die Folgen: Wasserbezogene Krankheiten wie Cholera töten jedes Jahr tausende Kinder. Die zeitintensive Wasserbeschaffung hindert Kinder am Schulbesuch. Die spärlichen Ernten reichen höchstens zur Selbstversorgung der Bauern.

Seit 2005 baut das Österreichische Rote Kreuz gemeinsam mit den Dorfbewohnern Wassersysteme in Ost-Timor. Die Lebens- und Gesundheitssituation der Familien hat sich sichtbar verbessert. Denn das Wasser ist auch eine Einkommensquelle. Die Bewässerung ermöglicht Gemüseanbau, der den Durchschnittsverdienst von 100 auf etwa 150 Euro jährlich anhebt.

Katastrophenvorsorge ist das zweite Standbein der Rotkreuz-Hilfe. "Wir beobachten seit Jahren, dass immer weniger Menschen bei Naturkatastrophen ihr Leben verlieren, aber immer mehr ihre Lebensgrundlage", sagt Wolfgang Kopetzky. Effiziente und effektive Vorsorge bedeutet für das Rote Kreuz zum Beispiel die Pflanzung von schützenden Mangroven-Wäldern gegen Überschwemmungen und die Stärkung von lokalen Hilfskapazitäten. Zusätzlich sollen nun neue Modelle des Risikotransfers zur Anwendung kommen, lange bevor Katastrophen passieren. Der ÖRK-Generalsekretär diskutiert am 31. August den "Versicherungsfall Katastrophe" beim diesjährigen Europäischen Forum Alpbach.

Dem Thema Wasser ist auch die neue Ausgabe des Rotkreuz-Reportagemagazins "henri" gewidmet. Erscheinungstermin ist Ende August. Das Magazin kann kostenlos beim Österreichischen Roten Kreuz bestellt werden: service@roteskreuz.at.

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