FPÖ: Jugendpaket der SPÖ mit Mängeln

Hofer: Lehrlingskosten während Berufsschulzeit müssen von öffentlicher Hand finanziert werden

Wien (OTS) - Differenziert bewertet die FPÖ das von der SPÖ vorgestellte Jugendpaket. FPÖ-Vizebundesparteiobmann Norbert Hofer stellt die Umsetzbarkeit in Frage und bezweifelt, daß mit "diesem simplifizierten Programm" die Jugendarbeitslosigkeit halbiert werden kann.

Norbert Hofer: "Das Versprechen, die Jugendarbeitslosigkeit zu halbieren, muß als Wahlversprechen bewertet werden. Ich beurteile das gebührenfreie Nachholen des Hauptschulabschlusses positiv. Daß damit aber nach der Osterweiterung im Niedriglohnsektor keine viel größeren Chancen auf einen Arbeitsplatz verbunden sind, das ist wohl jedermann klar, der schon einmal einen Privatbetrieb von innen gesehen hat."

Kritisch sieht Hofer vor allem die Schaffung eines Lehrlingsfonds als Lastenausgleich zwischen den Betrieben. "Nicht jeder Betrieb ist in der Lage, Lehrlinge auszubilden. Vor allem Kleinstbetriebe in Nischenbranchen wären also die Leidtragenden dieses Konzeptes."

Die FPÖ gibt zu bedenken, daß es für die Beschäftigung von Behinderten seit vielen Jahren ein ähnliches Modell in Österreich gibt. Und hier erfüllen nicht einmal die Ministerien die vorgeschriebenen Quoten.

Hofer: "Und ich glaube auch nicht, daß regionale Jugendbeschäftigungsgipfel arbeitslosen Jugendlichen tatsächlich helfen. Solche Einrichtungen verkommen in der Praxis zu politischen Quatschbuden, die der Profilierung lokaler Parteigrößen dienen."

Die FPÖ schlägt als Anreiz zur Einstellung von Lehrlingen und um der dualen Ausbildung wieder zu einem höheren Stellenwert zu verhelfen vor, die Kosten der Berufsschulzeit von der öffentlichen Hand begleichen zu lassen. Dies soll auch eine Ausgleichsmaßnahme zu den Schülern mittlerer und höherer Schulen darstellen, denen der Staat ihre Bildung zum überwiegenden Teil bezahlt.

Hofer: "Dieses Modell macht es auch möglich, die Berufsschulzeiten zu verlängern und damit eine bessere Grundausbildung zu vermitteln. Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen: Viel zu viele Lehrstellensuchende sind durch ihre mangelhafte schulische Vorbildung nicht annähernd ausreichend qualifiziert. Ich habe jedenfalls keine Freude damit, daß immer mehr Lehrlinge in wenig produktiven, geschützten Bereichen außerhalb der Betriebe ausgebildet werden. Und genau das wäre die Folge der Umsetzung des SPÖ-Programmes."

Die Kosten des freiheitlichen Modells betragen bei 120.000 Lehrlingen in Österreich knapp 100 Millionen Euro pro Jahr.

Hofer: "Ich finanziere mit diesen Mitteln lieber die Lehrlingsausbildung in den Betrieben als Lehrwerkstätten. Das ist ein bedeutsamer Beitrag zur Bekämpfung der dramatischen Tendenz zur Jugendarbeitslosigkeit und zur Eröffnung beruflicher Perspektiven für junge Menschen. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Form der Jugendförderung, es ist dies auch eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme sowie eine effektive Form der Wirtschaftsförderung für unsere Klein- und Mittelbetriebe, welche das Rückgrat der dualen Ausbildung in Österreich sind."

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