Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Eva Weissensteiner: Auch der Wähler verdient Fairness

Klagenfurt (OTS) - Mit wem sich die SPÖ eine Regierungszusammenarbeit vorstellen kann, machte Klubchef Josef Cap gestern klipp und klar: Schwarz und Grün und aus. Abgesehen von der FPÖ, die mit niemandem will, sind die Sozialdemokraten damit die Einzigen, dich sich bisher koalitionär derart deutlich deklarierten. Von allen anderen Parteien hört man meist nur: Das soll der Wähler entscheiden. Genau das aber kann der Wähler nicht.

Der Wähler entscheidet über die Zusammensetzung des Parlaments, nicht der Regierung. Seit die Zeiten absoluter Mehrheiten vorbei sind, kann er dabei post votum durchaus sein (schwarz)-blaues Wunder erleben. Die Fairness, die im jetzigen Wahlkampf so ausführlich strapaziert wird, würde es gebieten, die Karten vor dem Wähler offen auf den Tisch zu legen. Die Aussage, man könne über eine etwaige Zusammenarbeit erst nachdenken, wenn klar ist, was sich rechnerisch ausgeht, zeugt von mangelnder Integrität und ideologischem Wankelmut.

Eine besondere Form der Wählerverwirrung betreibt in diesem Zusammenhang derzeit die ÖVP. Erhard Busek warnt vor Blau, für Liese Prokop sind die Orangen nicht pakttauglich, Reinhold Lopatka hält die Grünen für unverantwortliche Träumer und Wilhelm Molterer will nicht mit Rot. Und der Kanzler selbst? Der schweigt.

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