Jank: Aktuell keine Mehrheit für Sonntagsöffnung in Wien

Bevölkerung, Touristen und Handel mit derzeitigen Öffnungszeiten überwiegend zufrieden - Hauptmotiv für Wien-Besuch sind Sehenswürdigkeiten und Kultur

Wien (OTS) - Wien, 17.08.06 (OTS) "Es bleibt jedem unbenommen, Umfragen zu machen. Faktum ist aber, dass die Schaffung einer Tourismuszone für Wien, die die Öffnung der Geschäfte am Sonntag erst ermöglichen würde, derzeit keine Mehrheit findet - weder in der Wiener Wirtschaft noch unter Bevölkerung oder Touristen", erklärte die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank. Diese Tatsache ergibt sich aus einer breit angelegten Umfrage der Wirtschaftskammer Wien vom Frühjahr dieses Jahres. "Die Ergebnisse haben gezeigt, dass nicht nur 90 % der Wienerinnen und Wiener sowie der Einzelhandel, sondern auch zwei Drittel der Wien-Touristen mit den geltenden Regelungen zufrieden sind", so Jank.

Nicht nur die Konsumenten sprachen sich im Rahmen der Umfrage gegen die Schaffung einer Tourismuszone aus, auch der Einzelhandel lehnte zu 62 % die Öffnung am Sonntag ab. Ausschlag gebend dafür ist die Kosten-Nutzen-Relation: Alleine um die durch Sonn- und Feiertagszuschläge entstehenden Kosten abzudecken, bräuchte ein Unternehmen einen Mehrumsatz von etwa 10 %. Der von der ÖHV prognostizierte Mehrumsatz von 37.3 Mio. Euro beliefe sich auf gerade einmal 0,37 %. Die alleine aus den Lohn- und Lohnnebenkosten erwachsenden Mehrkosten für den Wiener Handel lägen dagegen bei ca. 120 Mio. Euro.

Selbst in der Hotellerie waren im Rahmen der Umfrage die Meldungen über Gästebeschwerden wegen geschlossener Geschäfte am Sonntag in der Minderheit. "Hauptgrund für eine Reise nach Wien sind die einmaligen Sehenswürdigkeiten", so Jank. Eindrucksvoll bestätigt wird dies durch die jüngsten Tourismuszahlen: Wien konnte als einziges Bundesland im ersten Halbjahr 2006 ein kräftiges Plus an Nächtigungen verbuchen:
gleich 8,9 % mehr Touristen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres wählten Wien als Ziel ihrer Reise.

Dass für die Touristen die geltenden Öffnungszeiten ausreichend sind, zeige sich auch darin, dass laut Studie der Wirtschaftskammer Wien 90% der Nächtigungsgäste Wien als Einkaufsstadt weiterempfehlen. "Für uns als Interessenvertretung der Wirtschaft lässt sich aus dem Gesamtergebnis der Studie kein Handlungsbedarf ableiten", so Jank abschließend. "Wir werden aber die weitere Entwicklung dieses Themas künftig mit sehr viel Aufmerksamkeit verfolgen."

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