Wiens Touristen wollen auch am Sonntag shoppen - Gallup-Studie legt Wünsche der Wien-Touristen offen

Wien (OTS) - Das Shopping-Erlebnis gehört für viele einfach zum Urlaubsgenuss dazu. Wie sehr dieser Faktor für die Gäste von Bedeutung ist, hat die ÖHV jetzt mit einer großangelegten Studie, die vom Österreichischen Gallup Institut durchgeführt wurde, untersucht. Das Ergebnis zeigt nicht nur, dass die Shoppingmöglichkeiten die Attraktivität einer Destination mitbestimmen, die befragten Wiener Gäste haben auch klar zum Ausdruck gebracht, dass sie sich längere Öffnungszeiten wünschen und dass sie am Sonntag nicht vor verschlossenen Geschäften stehen möchten

Eine Umfrage unter den Mitgliedern der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) im Frühjahr dieses Jahres hat gezeigt, dass eine Liberalisierung der Ladenöffnungs-zeiten und offene Geschäfte am Sonntag für 65 Prozent der Mitglieder in Gesamtösterreich sehr wichtig bzw. wichtig ist. In Wien bewerten sogar 93 Prozent der ÖHV-Hoteliers dieses Thema als sehr wichtig bzw. wichtig.

Nun hat die ÖHV das Österreichische Gallup Institut beauftragt, die Gäste zu befragen. Für diese Untersuchung wurden im Juni 2006 insgesamt 500 Wien-Touristen zu ihren Reisegewohnheiten und ihrem Shoppingverhalten befragt. Zusätzlich wurde die Zufriedenheit der Touristen mit verschiedenen Bereichen ihres Aufenthaltes in Wien analysiert, und die österreichische Hauptstadt auch mit anderen europäischen Städten verglichen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das generelle Shoppingverhalten der Touristen und die Zufriedenheit mit den in Wien geltenden allgemeinen Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel gelegt. In diesem Zusammenhang wurde auch versucht, Konsequenzen im Verhalten der Touristen, welche durch eine Verlängerung der Öffnungszeiten zu erwarten sind, abzuschätzen.

Dabei stellte sich heraus, dass das Einkaufserlebnis für 14 Prozent der Befragten eine wichtige Zusatzmotivation bei der Reiseentscheidung darstellt. Bei den Gästen der Fünf-Sterne Hotellerie geben 74 Prozent (Top Box Wert(1)) an, dass vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und lange Ladenöffnungszeiten bei der Entscheidung für die Urlaubsdestination von Bedeutung sind. Wien konnte sich bisher aber noch nicht als Shopping-Destination positionieren: Im Vergleich mit anderen europäischen Städten wird Wien von den Gästen in den meisten Belangen ausgesprochen gut bis sehr gut bewertet. Was das Kulturangebot betrifft, erhielt die Hauptstadt auf einer fünfstufigen Skala z.B. die Note 1,73, und die freundliche Bevölkerung wurde mit der Note 1,92 bewertet. Die Öffnungszeiten im Handel schnitten mit der Durchschnittsnote 2,59 im Vergleich am schlechtesten ab. Außerdem sind 27 Prozent der Wiener Gäste, das sind knapp eine Million Touristen, der Meinung, dass die Geschäfte in Wien im Vergleich zu anderen vergleichbaren Städten eher kurz bzw. sehr kurz geöffnet sind.

Gäste wünschen sich längere Öffnungszeiten

Gut die Hälfte (53 Prozent) der Wien-Touristen spricht sich für längere Ladenöffnungszeiten in der Hauptstadt aus. Das heißt: Fast zwei Millionen Wien-Gäste würden längere Ladenöffnungszeiten begrüßen, im Vergleich dazu sprechen sich lediglich 184.000 Touristen dagegen aus. (2)

Für zwei Gruppen sind längere Ladenöffnungszeiten besonders wichtig: Für die wahrscheinlich kaufkräftigste Touristengruppe, die Gäste der Fünf-Sterne Hotels, von denen 61 Prozent (Top Box Wert(3)) für längere Öffnungszeiten sind und für die Gruppe der reiseerfahrenen Gäste, die bereits mehr als drei Städte bereist haben (von ihnen sprechen sich 56 Prozent, Top Box Wert(3), für längere Öffnungszeiten aus).

Gäste wollen auch am Sonntag einkaufen

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studie: Der Sonntag sollte nach den Wünschen der Wien-Gäste kein shoppingfreier Tag sein. Deutlich mehr als die Hälfte der Wien-Touristen (60 Prozent, Top Box Wert(4)), das sind über zwei Millionen Gäste, würden die Möglichkeit, Sonntags einzukaufen, nützen. Wobei das Interesse an Sonntagseinkäufen mit der Unterbringungskategorie steigt: Bei den Touristen, die in einem Fünf-Sterne Betrieb nächtigen, ist die Zustimmung zum Sonntagseinkauf mit 69 Prozent (Top Box Wert(5)) am höchsten.

Ein gutes Drittel (34 Prozent, Top Box Wert(6)6) der Befragten -bei den Fünf-Sterne Hotelgästen sogar fast jeder Zweite (48 Prozent, Top Box Wert (6)) - hätte während des Wien-Aufenthaltes mehr eingekauft, wenn die Geschäfte länger geöffnet gewesen wären.

300.000 zusätzliche Nächtigungen und 37,3 Millionen mehr Handelsumsatz möglich

Für den Handel brächte die Sonntagsöffnung die Chance auf zusätzlichen Umsatz: Wenn man davon ausgeht, dass jeder dritte Tourist, der sein Interesse an Sonntagseinkäufen geäußert hat, tatsächlich an einem Sonntag in Wien ist und dann den durchschnittlich täglich verwendeten Betrag von 36 Euro (7) ausgibt, ergäbe das für den Handel ein jährliches Umsatzplus von 26,5 Millionen Euro.

Für die Hotellerie ist besonders interessant, dass acht Prozent der Touristen ihren Aufenthalt zumindest wahrscheinlich verlängert bzw. länger geplant hätten, wenn die Geschäfte in Wien länger geöffnet wären. D.h. hochgerechnet auf alle Ankünfte des Jahres 2005 wären es knapp 300.000 Personen, die einen längeren Aufenthalt als wahrscheinlich annehmen. Unter der Hypothese, dass diese Personen zumindest einen Tag länger in Wien bleiben würden, ergibt sich ein potenzielles Nächtigungsplus von 300.000 Übernachtungen. Geben diese Gäste am Verlängerungstag dann auch noch den durchschnittlichen Betrag von 36 Euro aus, kann sich der Handel über weitere 10,8 Millionen Umsatz freuen. Insgesamt würde sich durch die Ausgaben von Touristen am Sonntag und am zusätzlich angehängten Urlaubstag (bedingt durch offene Geschäfte am Sonntag und längere Ladenöffnungszeiten am Abend) für den Handel also ein Umsatzpotenzial von 32 bis 35 Millionen Euro (8) ergeben.

ÖHV für Pilotversuch

Angesichts dieser Ergebnisse erneuert ÖHV-Präsident Peter Peer seinen Vorschlag eines Pilotversuchs: "Unsere Gäste wünschen sich die Sonntagsöffnung, die dem Handel zusätzliche Umsätze bringen würde. Ich schlage daher vor, dass wir die Sonntagsöffnung in Wien einfach an acht Sonntagen im Jahr testen: an vier Sonntagen vor Weihnachten und an vier weiteren tourismusrelevanten Sonntagen." Peter Peer erinnert auch daran, dass die Öffnung der Geschäfte nicht nur in Wien ein wichtiges Thema ist: "Auch in Salzburg, Innsbruck und, in Hinblick auf das Kulturjahr 2009 in Linz ist eine Auseinandersetzung mit der Thematik geboten."

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) vertritt die Interessen von rund 1.050 führenden Betrieben der Ferien-, Konzern-, und Stadthotellerie (höchster Mitgliederstand seit der Gründung). Die "ÖHV-Wahlcheckliste 06" enthält zehn wichtige Fragen und Vorschläge an die Politik - für einen starken Tourismus-Standort Österreich.

(1) Top Box Wert: die beiden bestmöglichen Bewertungen der 5- stufigen Skala (in diesem Fall: Skala von 1 - sehr wichtig bis 5 - gar nicht wichtig) werden addiert und interpretiert. (2) Alle dargestellten Hypothesen und Hochrechnungen basieren auf der Annahme, dass die Struktur und das Antwortverhalten der Wiener Touristen des Monats Juni 2006 jener bzw. jenem der Touristen der übrigen Monate gleich ist, d.h. dass keine saisonalen Unterschiede bestehen. Für alle Projektionen wurde die Nächtigungsstatistik Jänner bis Dezember 2005 der Statistik Austria herangezogen. (3) Skala von 1 - sehr dafür bis 5 - sehr dagegen (4) Skala von 1 - sehr wahrscheinlich bis 5 - sehr unwahrscheinlich (5) Skala von 2 - sehr dafür bis 5 - sehr dagegen (6) Skala von 1 - sehr wahrscheinlich bis 5 - sehr unwahrscheinlich (7) Quelle: T-MONA, Wiener Gästebefragung 2004/2005. (8) Unter der Annahme, dass es zwischen dem Potenzial durch Ausgaben am Sonntag und dem Potenzial durch Ausgaben am zusätzlich angehängten Urlaubstag Überschneidungen gibt.

Bildmaterial:
http://www.tourismuspresse.at/detail.html?id=301635&_lang=de
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