"Grün-weiß, nicht blau": Neue Aktion fördert einen bewussten Umgang junger Fußballfans mit Alkohol

SK Rapid Wien, Institut für Suchtprävention, Streetwork Wien und Kuratorium für Verkehrssicherheit präsentieren Aktion "Kick" - Faszination Fußball, auch ohne Alkohol

Wien (OTS) - Wien, 17. 8. 2006. Fast jeder oder jede hat schon einmal zu tief ins Glas geschaut. Alkohol gehört zum gesellschaftlichen Alltag. Das beliebte Genussmittel kann allerdings zum gesundheitlichen Problem werden: Übermäßiger Alkoholkonsum kann abhängig machen und dem Körper schaden. Auch immer mehr Jugendlichen greifen zur Flasche: 30 Prozent der 16- bis 19-Jährigen konsumieren mindestens an zwei Tagen pro Woche Alkohol, vier Prozent sogar jeden Tag. Auch im Fußballstadion wird oft von jungen Fans über die Maßen getrunken. Heute, Donnerstag, präsentierten daher der SK Rapid Wien, das Institut für Suchtprävention der Wiener Sucht- und Drogenkoordination (ISP), Streetwork Wien und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) das gemeinsame Alkoholpräventionsprojekt "Kick". Die Aktion wird bei zwei Fußballspielen im Hanappi-Stadion durchgeführt.

"Unser Ziel ist es, Informationen rund um das Thema Alkohol zu vermitteln und die Auseinandersetzung mit Motiven und Funktionen des eigenen Trinkverhaltens anzuregen - und das ohne den moralischen Zeigefinger", erläutert Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner. Abschreckung würde nicht suchtpräventiv wirken, so Brauner, daher "fördern wir mit unseren Präventionsprogrammen Eigenständigkeit und innere Stärke."

Rapid-Präsident Rudi Edlinger: "Der SK Rapid unterstützt diese Aktion mit großem Engagement, weil wir unseren vielen jugendlichen Fans helfen wollen, beim Umgang mit Alkohol besser informiert zu sein und sie vor den Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums zu warnen."

Gemeinsam für mehr Verantwortung im Umgang mit Alkohol
"Kick" richtet sich in erster Linie an 16- bis 21-jährige Fußballfans. "Junge Menschen besuchen den Fußballplatz, um eine gute Zeit zu haben, und auch unsere Aktion soll Spaß machen. So wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass Jugendliche möglichst bewusst und konstruktiv mit Alkohol umgehen", verdeutlicht der Wiener Drogenbeauftragte Dr. Alexander David. Das Institut für Suchtprävention, das die Initiative unter der Leitung von DSA Mag.a Gabriele Wild entwickelt hat, wird von einem schlagkräftigen Team unterstützt: Streetwork Wien ist bereits seit vielen Jahren in Sachen Alkoholprävention im Einsatz und bringt entsprechendes Know-how in der Zielgruppenbetreuung mit.

Der SK Rapid Wien steuert die Örtlichkeit bei: "Für die Durchführung eines solchen Projektes benötigt man einen öffentlichen, aber gleichzeitig begrenzten und überschaubaren Raum, der außerdem noch ein relevantes Umfeld für Jugendliche darstellt. Ein Fußballstadion erfüllt all diese Bedingungen", erläutert Rapid-Stadionsprecher Andi Marek.

Das Team wird komplettiert durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), das zehn Alkoholvortestgeräte zur Verfügung stellt. "Gerade auch im Straßenverkehr wird offensichtlich, dass Alkoholkonsum teilweise auf die leichte Schulter genommen wird - und das häufig mit verheerenden Folgen", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV. Ein Blick in die Verkehrsunfallstatistik zeigt: Alleine im vergangenen Jahr kostete Selbstüberschätzung in punkto Fahrtauglichkeit nach Alkoholkonsum 57 Menschen das Leben. Insgesamt verunglückten 2005 3.882 Menschen bei 2.746 Alkoholunfällen. Dreimal so hoch wird die Dunkelziffer der Alkoholunfälle geschätzt. Nach wie vor nehmen junge Erwachsene einen traurigen Rekord in der Alkoholunfallstatistik ein: Junge Männer zwischen 20 und 24 Jahren waren 2005 die am häufigsten an Alkoholunfällen beteiligte Gruppe (458 von insgesamt 2.556 männlichen alkoholisierten Unfallbeteiligten). "Viele dieser Verkehrsopfer wären vermeidbar. Erwachsene müssen sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein und selbst Grenzen einhalten, sei es im Straßenverkehr oder etwa auch beim Skifahren oder am Fußballplatz. Gleichzeitig gilt es, die Lebenskompetenz junger Menschen im Umgang mit Alkohol zu stärken. Genau das soll mit dieser Kooperation erreicht werden", erklärt Thann.

Von Katersackerln bis Promilletestungen: die Aktion "Kick" im Detail Das Projekt "Kick" wird bei zwei Rapid-Heimspielen vorwiegend in den Fansektoren (West- und Osttribüne) des Hanappi-Stadions durchgeführt und besteht aus mehreren Bausteinen, darunter ein Wissensquiz mit Gewinnspiel. Wer Fragen wie "Lässt sich der Abbau von Alkohol im Blut beschleunigen?" oder "Was ist bei einer Alkoholvergiftung zu tun?" richtig beantwortet, kann ein Abo für die nächste Saison, ein Original Rapid-Spieler-Trikot oder einen Ball mit Unterschriften gewinnen. Die StreetworkerInnen stehen den Fans jederzeit auch nach dem Projekt für Fragen und Diskussionen im Zusammenhang mit Alkohol zur Verfügung. Außerdem wurden bei Projektstart scheckkartengroße Ausweise verteilt. Sie enthalten zielgruppengerechte Informationen über Alkohol und sind gleichzeitig der Stempelpass für die freiwilligen Promilletestungen mit den Alkoholvortestgeräten. Wer bei beiden Kick-Spielen ins Röhrchen bläst und unter 0,5 Promille bleibt, erhält eine Freikarte für das Rapid-Heimspiel am 23./24. September 2006 gegen Wacker Tirol. Zusätzlich wird an den Kick-Aktionstagen Römerquelle Emotion statt um 2,90 Euro um nur 1 Euro verkauft. "Uns ist es wichtig, eine attraktive Alternative zu Alkoholischem anzubieten. Es ist erwiesen, dass strukturelle Ansätze wirksam sind -etwa auch die Preisgestaltung bei Getränken", macht Dr. David klar.

Wer sich während der Fußballspiele trotzdem ans Bier hält, bekommt gratis ein "Katersackerl" mit nach Hause. Es ist mit Dingen gefüllt, die helfen, dass es während und nach einer "durchzechten" Nacht möglichst wenige Probleme gibt (z.B. Taxitelefonnummern, Erfrischungstuch, Traubenzucker und Kondom).

Ein erstes Resümee - Fans lassen sich auf Aktion ein
Los ging's am 6. August beim Spiel SK Rapid gegen den SCR Altach. "Die Aktion kam bei den Jugendlichen gut an: Rund 195 Jugendliche haben bei der Stempelaktion mitgemacht und bei den Alkoholvortestgeräten ihre Promillewerte testen lassen, 269 zeigten ihr Wissen beim Quiz, knapp 500 nahmen die Katersackerl mit nach Hause. Außerdem wurde um 25 Prozent mehr Römerquelle Emotion als bei anderen Spielen verkauft", blickt Dr. David zurück. "Trotz anfänglicher Skepsis haben sich die Rapid-Fans auf unsere Aktion eingelassen. Wir sind sicher, dass es auch bei dem noch anstehenden Match viele Interessentinnen und Interessenten geben wird", meint Marek.

Die Initiative wird am 20.8. beim Match SK Rapid gegen Liebherr GAK mit identischen Bausteinen fortgesetzt. Mit der Preisverleihung in der Pause beim Heimspiel am 9.9. gegen Red Bull Salzburg, werden die "Kick"-Aktionstage beendet.

Breite Palette an suchtpräventiven Maßnahmen
Das oberste Ziel der Wiener Drogenpolitik ist es, die Krankheit Sucht gar nicht erst entstehen zu lassen. Aus diesem Grund setzt die Wiener Drogenkoordination eine Vielzahl an Maßnahmen zur Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen. Das geschieht durch Gesundheitserziehung und Persönlichkeitsentwicklung sowie Information über die Substanzen selbst und ihre Gefahren. Prävention ist eine von vier Säulen des Wiener Drogenkonzepts. (Prävention, Gesundheitsbezogene Maßnahmen, Soziale Maßnahmen und Sicherheit).

Institut für Suchtprävention in der Wiener Drogenkoordination
Das ISP in der Wiener Sucht- und Drogenkoordination ist das Kompetenzzentrum und die Kommunikationsdrehscheibe für suchtpräventive Aktivitäten und Projekte in Wien. Es entwickelt Suchtpräventionsprogramme für Wien - mit den Zielen der wissenschaftlichen Fundierung, Bedarfsorientierung und Nachhaltigkeit.

Informationen rund um das Thema Suchtprävention und die einzelnen Projekte gibt es beim Institut für Suchtprävention unter Tel.:
4000/66715.

Rückfragehinweise:

DSA Mag.a Gabriele Wild
Institut für Suchtprävention
Tel.: 4000 66717
gabriele.wild@sd-wien.at

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Tel.: 05 77 0 77 1906
kerstin.gardill@kfv.at

Mag. Stefan Hirsch
Mediensprecher Stadträtin Mag.a Renate Brauner
Tel.: 4000/81231
Handy: 0664/431 10 13
hir@ggs.magwien.gv.at

Info zu Streetwork Wien: http://www.streetwork-wien.at.tp

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001