Glawischnig: Umweltminister agiert gegen Gesundheitsinteressen

Tempolimits reduzieren nachweislich gesundheitsschädlichen Feinstaub

Wien (OTS) - "Der Umweltminister agiert erneut gegen Gesundheits-und Umweltinteressen", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen, anlässlich der Aussagen von Minister Pröll zur Tempo 100 Diskussion in der aktuellen Ausgabe von News."Dass Minister Pröll nun jene Länder attackiert, die nichts anderes tun, als ein von Pröll selbst zu verantwortendes Bundesumweltgesetz umzusetzen, um die Feinstaub- und Stickoxidgrenzwerte einzuhalten ist ein starkes Stück", so Glawischnig. "Statt sich klar hinter die wirksamen Tempo-100-Beschränkungen zu stellen, zieht Minister Pröll wider besseren Wissens die Wirksamkeit dieser Maßnahme in Zweifel", so Glawischnig. Prölls Anti-Umwelt-Polemik passe ins Bild. "Ein Minister, der die steigende Feinstaubbelastung jahrelang ignoriert hat, das Feinstaubgesetz verwässert und nichts gegen die verantwortungslosen Tempo-160-Pläne des Verkehrsministers unternommen hat, hat jede Glaubwürdigkeit verloren", so Glawischnig. Die von Pröll indirekt den Grünen unterstellten Pläne, in Österreich flächendeckend Tempo 100 auf Autobahnen einführen zu wollen, seien billige Wahlkampfpolemik. "Flächendeckend Tempo 100 ist nicht unser Ziel. Dort wo die hohe Schadstoffbelastung die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet ist die Verordnung von Tempo 100 Zonen nach eingehender Prüfung sinnvoll", so Glawischnig. Landesrat Anschober habe verantwortungsvoll gehandelt, Pröll stehle sich hingegen aus der Verantwortung.

Eine im Auftrag der Salzburger Landesregierung von der TU Graz erstellte Studie zeigt, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen für PKW auf 100 km/h die effizienteste Maßnahme zur Schadstoffreduktion sind. Die ebenfalls diskutierte Maßnahme "Nachtfahrverbot für LKW" würde hingegen lediglich eine zeitliche Verlagerung der Emissionen auf die Morgen- und Abendstunden bringen. Im April 2005 wurde eine ganzjährige Tempo 100 Beschränkung für PKW an einem 30 km langen Teilstück der Tauernautobahn (A10) erlassen. Die Stickoxidemissionen sanken dadurch um acht Prozent, ein ähnlich hoher Rückgang war bei der Feinstaub-Belastung zu verzeichnen. "Diese Daten sollten einem Umweltminister bekannt sein. Falls nicht, hat er seinen Beruf verfehlt. Falls ihm diese Daten bekannt sind, hat er sich durch seine aktuellen Aussagen ohnehin disqualifiziert", so Glawischnig.

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