ARGE ÄrztInnen: Mehr ÄrztInnen notwendig, um Arbeitszeitproblem in den Griff zu bekommen

Normale Arbeitszeiten für ÄrztInnen - Ziel: nicht mehr als 48 Stunden pro Woche

Wien (ARGE ÄrztInnen/ÖGB) - "Mehr als ein Drittel ihrer Gesamtarbeitszeit verbringen Österreichs SpitalsärztInnen mit Bürokratie anstatt bei den PatientInnen - eine Ressourcenverschwendung sondergleichen", kommentiert die Vorsitzender der ARGE ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, eine heute, Mittwoch, veröffentlichte IFES-Studie. Dazu kommt die ständig steigende Wochenarbeitszeit - "langsam wird’s auch für die PatientInnen gefährlich", kommentiert Oberhauser.++++

Noch schlimmer droht es zu werden, wenn die EU-Arbeitszeitrichtlinie wie geplant kommt. Denn nach einem Vorschlag von Arbeitsminister Bartenstein soll die so genannte "inaktive Zeit" bei Bereitschaftsdiensten am Dienstort nicht mehr Arbeitszeit sein und auf die gesetzliche Ruhezeit angerechnet werden.

Derzeit kommt die Hälfte der MedizinerInnen auf mehr als 72 Wochenstunden. "Um das Arbeitszeitproblem in den Spitälern langfristig zu mildern, werden wir um zusätzliche Dienstposten nicht herumkommen", so Oberhauser: "Im Mittelpunkt müssen die PatientInnen stehen, und für die kann es keineswegs zufrieden stellend sein, wenn sich überarbeitete ÄrztInnen um ihre Gesundheit kümmern."

Die derzeit bestehenden Wartelisten auf einen Turnusplatz könnten problemlos abgebaut werden, wenn man den ÄrztInnen - ebenso wie allen anderen Berufsgruppen - normale Arbeitszeiten zugestehen würde. Oberhauser: "48 Stunden sind genug, an diesem Ziel müssen wir langfristig arbeiten." Das Gesundheitssystem funktioniert nicht zuletzt aufgrund der hohen Ethik und der gnadenlosen Selbstausbeutung aller im Gesundheitswesen Tätigen. "Es ist nun an der Politik zu entscheiden, ob das System kaputt gespart wird oder ob weiterhin PatientInnenversorgung auf höchstem Niveau ermöglicht wird", so Oberhauser abschließend.(fk)

ÖGB, 16. August
2006
Nr. 538

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