George Tabori nimmt Stellung zur Causa Grass: "Das ist doch keine furchtbare Sache".

Autorin Marlene Streeruwitz: "Er sollte den Nobelpreis zurückgeben."

Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift NEWS nimmt erstmals Regielegende George Tabori Stellung zur Diskussion um Günter Grass’ Mitgliedschaft bei der Waffen-SS: "Das ist doch keine furchtbare Sache. Wenn ein 17-Jähriger dazu kommt, kann er nichts dafür. Ich bin dagegen, dass man ihm den Nobelpreis aberkennen will."

Die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz kritisiert Grass hingegen: "Warum muss jemand, der schon seinen Biografen belogen hat, so ein Bekenntnis aus der Hinterhand holen?", vermutet sie Marketingstrategien bei Grass. "Er nimmt den Nobelpreis und weiß es. Das ist genau der Triumph, der schon bei der SS drinnen war. Er sollte den Nobelpreis zurückgeben."

Der Historiker Oliver Rathkolb würdigt Grass’ Rolle in der NS-Debatte: "Es ist interessant, dass Grass das selbst anzündet. Er ist bei der Neuverhandlung der Bewertung des zweiten Weltkriegs am Puls der Zeit. Und wird so letztendlich politische Glaubwürdigkeit gewinnen." Freilich hält er die Debatte für noch nicht beendet: Die Aussage Grass’, dass er keinen Schuss abgegeben hätte, "würde ich nicht so im Raum stehen lassen. Das zählt zu den Stereotypen vieler in der Nachkriegswehrmachtgeneration."

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