AK kritisiert Wildwuchs bei Uni-Weiterbildungslehrgängen

Für Konsumenten ist Angebot undurchschaubar - Keine Transparenz - Gütesiegel für Weiterbildung gefordert

Wien (OTS) - Wie Schwammerl aus dem Boden wachsen Weiterbildungslehrgänge an Unis, Fachhochschulen oder bei Privatanbietern. Im letzten Wintersemester gab es bereits 320 Unilehrgänge und rund 60 Angebote von Universitäten der Künste und anderen Anbietern, neue kommen laufend dazu. "Bildungsinteressierte haben im Angebotsdschungel keinen Durchblick mehr", kritisiert AK Bildungsexpertin Martha Eckl, "Kosten und Qualität sind fast unmöglich zu vergleichen." Außerdem werden Bildungsinteressierte oft auch getäuscht. Private nennen sich sogar "University", obwohl sie keine staatliche Anerkennung als Universität haben, wie die IMADEC University Ges.m.b.H. Die AK verlangt eine Reform der universitären Weiterbildung. Überdies muss Bildungsministerin Gehrer ein Gütesiegel für Weiterbildung vorantreiben.

"Ein Gütesiegel muss den Lernwilligen mehr Qualität garantieren und Transparenz von Kosten und Leistungen sicherstellen", sagt Eckl. Dargestellt werden sollten darin die gesamten Kurskosten inklusive Prüfungsgebühren, Preis pro Unterrichtseinheit, Stornobedingungen sowie Informationen darüber, was der Lehrgang für den Beruf bringt. Vor allem im boomenden Bereich der Hochschullehrgänge, die oft sehr kostspielig sind, besteht Handlungsbedarf. Zu einem Gütesiegel gibt es bereits eine Arbeitsgruppe im Bildungsministerium. "Die Arbeitsgruppe muss endlich ein konkretes Ergebnis bringen, dafür muss Ministerin Gehrer sorgen", verlangt Eckl.

Seit heurigem Jänner ist die Akkreditierung der IMADEC als Privatuniversität erloschen. Nun soll IMADEC als "IMADEC University Ges.m.b.H" mit einer fragwürdigen gesetzlichen "Behelfslösung" statt anerkannten Studiengängen so genannte "Lehrgänge universitären Charakters" nach dem alten Uni-Studiengesetz anbieten dürfen. Bei diesen gab und gibt es de facto keine seriöse Qualitätssicherung, sondern es müssen vom Antragsteller nur zwei Gutachten vorgelegt werden. Geregelt werden soll das durch einen Verordnungsentwurf des Bildungsministeriums, dessen Begutachtungsfrist am 21. August endet. "IMADEC wird sich also weiterhin University nennen. "Bildungsinteressierte werden durch die Bezeichnung University in die Irre geführt, immerhin kosten die billigsten Lehrgänge rund 35.000 Euro", betont Eckl.

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