Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Was geschah wirklich? (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 10.08.2006

Klagenfurt (OTS) - Wir werden es nie wissen: Was geschah wirklich
in Kana, wie viele Zivilisten sind gestorben, wie viele Fotos wurden absichtlich gefälscht? Wie viele verzweifelte Väter waren inszeniert, wie viele Tote waren schon durch Totenstarre entstellt ... Ein erbitterter Kampf der Bilder begleitet den Nahostkonflikt. Die Medienwelt ist erschüttert, nachdem sich herausstellte, dass viele Fotos gefälscht wurden. Ein mieser PR-Effekt, der Mitleid erregen soll und letztlich das Gegenteil erzielt.

Selbst für Amateure ist erkenntlich, dass ein Foto einer Internationalen Nachrichtenagentur mit dicken Rauchschwaden über der libanesischen Hauptstadt Beirut gefälscht war. Die Manipulation wurde sofort entlarvt, das Foto zurückgezogen. Was nutzt das, wenn das Vertrauen verloren ist. In Zeiten digitaler Bildübertragung muss mit allem gerechnet werden, auch mit Fälschungen.

Schon Ernest Hemingway behauptete: "Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt." Nur wir wollen es nicht denken, dass wirklich alle Tricks verwendet werden: Die Männer, die in Kana mit toten Kindern in den Armen foto-grafiert wurden, sollen Propagandisten sein, die Rauchwolken über Beirut "aufgebauscht".
Die traurige Wahrheit bleibt aber die: Im Nahostkrieg steigt die Zahl der Opfer täglich, von Frieden keine Spur. Die humanitäre Katastrophe kann niemand retuschieren.

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