WKÖ: Transportbranche distanziert sich von gesetzwidrigen Praktiken

Glisic plädiert für Fairness und gegen Verunglimpfung einer ganzen Branche - Entlastungen für Güterbeförderungsgewerbe dringend nötig

Wien (PWK516) - "Wir distanzieren uns klar von gesetzwidrigen Praktiken im Transportgewerbe", sagt Nikolaus Glisic, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung in der WKÖ, anlässlich der Überschreitung der Arbeitszeit- und Ruhevorschriften durch einen Lkw-Fahrer. Der Lkw-Lenker war wie berichtet während seines Urlaubs für ein anderes Unternehmen "privat" 68 Stunden unter Missachtung jeglicher Lenkpausen und Ruhezeiten durchgehend unterwegs. Der Fahrer wurde am Montag von einer Polizeistreife in Spittal/Drau gestoppt. Der Fahrtenschreiber wies 3.800, ohne Unterbrechung gefahrene Kilometer auf.

Es sei unverantwortlich und nicht nachvollziehbar, warum der Fahrer nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten habe, so Glisic. "Der Fahrer selbst ist für die Einhaltung der Arbeitszeit-und Ruhevorschriften verantwortlich, gesetzliche Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden", betont Glisic. Bedauerlich sei, dass ein derartiger Vorfall sofort dazu benutzt werde eine ganze Branche schlecht zu reden, obwohl diese einen maßgeblichen Beitrag zum Wohlstand und zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich leiste.

Dass Sicherheit für die Branche einen hohen Stellenwert hat, belegen die zahlreichen freiwilligen unternehmerischen Initiativen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Der Rückgang der Verkehrstoten auf Österreichs Straßen und Arbeitsunfällen am Arbeitsplatz Verkehr sind zum Teil auch auf diese Unternehmerseitig initiierten freiwilligen Trainings- und Weiterbildungsprogramme für Fahrzeuglenker zurückzuführen. "Aktionen wie ‚Safety Driver’ und ‚Profis am Steuer’ sind der klare Beitrag der Verkehrswirtschaft zur Verbesserung der Verkehrssicherheit", so Glisic.

Die Unfallstatistik im ersten Quartal 2006 gegenüber der Vorjahresperiode verzeichnet einen Rückgang von 8,5% (396) Prozent bei Verkehrsunfällen mit LKW-Beteiligung. Die Anzahl der Todesfälle konnten sogar um über 25% (19) gesenkt werden. Seit der EU-Osterweiterung sehen sich die österreichischen Transportunternehmen allerdings einem Existenz bedrohenden Wettbewerb gegenüber. Besonders betroffen davon sind die Straßengüterbeförderungsunternehmen, da die Wettbewerber aus den neuen EU-Ländern massiv niedrigere Kosten (Kfz-Steuer, Personalkosten, etc.) aufweisen.
Die Marktpreise für Transportleistungen sind deutlich gesunken. Auf der anderen Seite sehen sich die Unternehmer mit dramatisch steigenden Kosten für Treibstoffe und Mauten konfrontiert. Aufgrund dieser Entwicklung befinden sich viele Transportunternehmer in der Krise, die immer öfter in die Insolvenz führt. Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Steigerungsrate der Insolvenzen im Transportgewerbe mit 59% zwischen 2002 und 2005 am höchsten. "Entlastungen sind daher dringend angesagt, allen voran bei der KFZ-Steuer, die in Österreich derzeit drei Mal so hoch ist wie der europäische Durchschnitt", so Glisic abschließend. (BS)

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