AKNÖ-Staudinger: 10,6 Millionen Euro Kreditzinsen an NiederösterreicherInnen

Im Regelfall werden 70 Prozent des ermittelten Schadens von den Banken refundiert.

Wien (AKNÖ) - Für AKNÖ-Präsident Josef Staudinger ist es einer der größten Erfolge in der Geschichte der AKNÖ-Konsumentenberatung: 1999 deckte die Konsumentenberatung der NÖ Arbeiterkammer den Kreditzinsenskandal auf. Millionen ÖsterreicherInnen wurden aufmerksam gemacht. Die AKNÖ hat vor harten Verhandlungen und Prozessen mit Banken wie BAWAG, RAIKA oder Volksbank nicht zurückgescheut. Dank der Hartnäckigkeit der AKNÖ wurden allein in Niederösterreich mehr als 10,6 Millionen Euro an zu viel bezahlten Kreditzinsen zurückerstattet. Präsident Staudinger sieht sich damit in seiner Vorgangsweise voll bestätigt.

Das Kreditberechnungsteam rund um Ernst Hafrank hat bisher 23.627 Kredite berechnet. Das Ergebnis: Insgesamt wurden 14.801.486,48 Millionen Euro an Zinsdifferenzen ermittelt und davon 10.620.828,86 Euro für die KreditnehmerInnen erstritten! "Als wir diese Problematik im Jahr 1999 aufgegriffen haben, hätten wir es niemals für möglich gehalten, dass es um eine derartige Summe allein in Niederösterreich geht", erinnert sich Hafrank an die Anfänge zurück. Erst nach Ausstrahlung der 2 Help-TV Sendungen mit Barbara Stöckl und der enormen, zum Teil kaum bewältigbaren Zahl von Anfragen wurde den Konsumentenschützern das ganze Ausmaß bewusst. In drei Viertel aller nachgerechneten Kredite konnte eine Differenz ermittelt werden. Damit war es aber noch nicht getan. In weiterer Folge mussten die Verhandlungen mit den Banken aufgenommen werden. Und die erwiesen sich nicht immer als einfach. Auch wenn es nicht immer um große Summen ging: So gibt es Fälle, da wurde lediglich ein Zinsenschaden im zweistelligen Euro-Bereich ermittelt. Bei vielen Konsumenten ging es aber um viel Geld: So betrug der höchste ermittelte Zinsenschaden 102.489,47 Euro. Diese Summen zeigen, dass es sich in jedem Fall ausgezahlt hat, seinen Kredit von den AKNÖ-Experten nachrechnen zu lassen. "Auch wenn es sich nicht immer um Riesensummen gehandelt hat, aber jeder Konsument hat sich gefreut, wenn er Geld von seiner Bank zurückbekommen hat", meint der Kreditexperte.

Die Banken Viele Banken haben nach teilweise intensiven Verhandlungen mit der AKNÖ beschlossen, die beanstandeten Kredite anhand der aktuell gültigen Zinsanpassungsklausel rückwirkend neu zu berechnen und die Zinsdifferenz zu 70 Prozent an die betroffenen Kreditnehmer rückzuerstatten. Hafrank verweist allerdings darauf, dass es auch Banken gibt, die sich bereit erklärt haben, 100 Prozent des ermittelten Zinsenschadens an die Konsumenten zurückzuzahlen. Auch mit der BAWAG konnte vor einiger Zeit eine Einigung erzielt werden. Dazu Ernst Hafrank: "Durch dieses Übereinkommen konnten wir die Schallmauer von 10 Millionen Euro an zurückgezahlten Zinsen durchbrechen. Für die niederösterreichischen Kreditnehmer ein voller Erfolg!" Leider reagieren nicht alle Kreditinstitute so konsumentenfreundlich: Dr. Eva Schreiber, Leiterin der AKNÖ-Konsumentenberatung, verweist in diesem Zusammenhang speziell auf die Volksbank Baden-Mödling-Liesing, die sich weiterhin weigert, betroffenen Kreditnehmern den ermittelten Zinsenschaden zurückzuzahlen: "Es ist besonders bedauerlich, dass dieses Institut in einer Vielzahl von Fällen den Gerichtsweg beschritten hat. Eine unbürokratische Lösung ist damit in weite Ferne gerückt." Seit 2 Jahren ist aber auch die GE Money Bank von ihrer konsumentenfreundlichen Linie abgekommen und hat sich ebenso wie die oben genannte Volksbank für den Gerichtsweg entschieden. Hafrank führt das auf das neue Management zurück, denn davor wurde den Konsumenten der Zinsenschaden zu 100 Prozent refundiert.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenberatung
Ernst Hafrank Tel.: (01) 58883-1310
http://noe.arbeiterkammer.at

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