Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis 2010: Qualifikationsanforderungen steigen - Arbeitslosigkeit bleibt hoch

Linz (OTS) - AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte heute die Ergebnisse einer Studie über die Beschäftigungsentwicklung in Oberösterreich bis zum Jahr 2010. Fazit: Es wird 2010 zwar um 37.000 Dienstverhältnisse mehr geben, das werden aber vorwiegend geringfügige und Teilzeitjobs sein. Immer schwieriger wird es für schlecht qualifizierte Arbeitsuchende, denn das geforderte Ausbildungsniveau steigt ständig.

Im Jahr 2002 hat die AK OÖ das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) beauftragt, eine Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis zum Jahr 2008 zu erstellen. Nun wurde diese Studie aktualisiert und der Prognosezeitraum bis ins Jahr 2010 ausgedehnt.

Treibende Kraft für den Beschäftigungsanstieg ist der Dienstleistungssektor mit 39.000 zusätzlichen Beschäftigten, während die Industriejobs (Ausnahme: Metallindustrie )weiter zurückgehen. Fast zwei Drittel der zusätzlichen Arbeitsplätze werden Frauen bekommen (+24.500 Beschäftigte). Trotz dieses Aufholprozesses wird der Frauenanteil in Oberösterreich auch im Jahr 2010 noch deutlich unter dem Österreichdurchschnitt liegen. Und auch die Geschlechtertrennung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aufrecht. Sechs von sieben zusätzlich beschäftigten Frauen werden in typischen Frauenbranchen

Arbeit finden. Gesucht werden zunehmend höherqualifizierte Arbeitskräfte (Maturaniveau und höher). Es expandieren vor allem Branchen, die seit jeher gut qualifizierte Mitarbeiter hatten und generell steigen die Anforderungen, gering Qualifizierte werden durch besserer Qualififizierte verdrängt. Gemeinsam ist allen expandierenden Dienstleistungsbranchen die große Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

Der Strukturwandel und die steigenden Anforderungen bedrohen insbesondere die Hilfsarbeitskräfte. "Wir brauchen daher dringend bessere Rahmenbedingungen und Förderungen für weiterbildungswillige Arbeitslose aber auch Beschäftigte in der Altersgruppe ab 40 Jahren, um den hohen Anteil schlecht Qualifizierter in dieser Gruppe zu verringern", fordert der AK-Präsident.

Die anhaltende Geschlechtertrennung auf dem Arbeitsmarkt muss bekämpft werden. Dazu braucht es bessere gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Frauen - von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis zur Entlohnung. Die von der AK initiierte FEM-Implacement-Frauenstiftung ist ein Beispiel, wie Frauen das Vordringen in neue Jobfelder erleichtert werden kann.

Viele der neuen Arbeitsplätze bieten keine ausreichende Existenzgrundlage. Damit sich Menschen auf derartige Jobs einlassen können, brauchen wir ein Sozialsystem, das häufige Brüche im Erwerbsleben und Phasen mit geringem Einkommen ausgleicht und abfedert.

Und weil das Wirtschaftswachstum nicht reicht um die Arbeitslosigkeit spürbar zu senken, brauchen wir eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik, die durch einen Ausbau der Infrastruktur und eine sozial gerechte Verteilung des Wohlstands Nachfrage schafft.

Kontakt: Dr. Walter Sturm, Tel. 050/6906-2192,
E-Mail: walter.sturm@ak-ooe.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001