Sima: Keine Laufzeitverlängerung für ungarisches AKW Paks!

Nach Zwischenfällen in schwedischen AKW und im tschechischen Temelin: Atomausstieg jetzt!

Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund der schweren Zwischenfälle in schwedischen AKWs und den über 90 Störfällen im tschechischen AKW Temelin fordert SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima einmal mehr den Ausstieg aus der Atomkraft. "Trauriger aktueller Anlass in der Debatte ist auch das ungarische AKW Paks, das rund 300 km von Wien entfernt ist und dessen Laufzeit nun um 20 Jahre verlängert werden soll - und dies trotz zahlreicher völlig ungelöster Sicherheitsfälle", so Sima. Nach etwa 30-jährigem Betrieb laufen die Betriebszeiten für die Reaktorblöcke in den kommenden Jahren aus. Die Wiener Umweltanwaltschaft hat als Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien Einspruch gegen die nun geplante Verlängerung der Betriebszeit erhoben. Der Reaktordruckbehälter, die Dampfgeneratoren und die Sicherheitsumhüllung in Paks sind nach Ansicht der ExpertInnen völlig veraltet. Es fehlen zudem auch Abschätzungen für den Fall schwerer Unfälle. Von Betreiberseite wurde keinerlei Dokumentation darüber zur Verfügung gestellt, die Aufschluss über den bisherigen Verschleiß der Reaktor-Druckbehälter gibt.

Ein weiterer Kritikpunkt Wiens ist die zu schwache Ummantelung der Reaktoren. Alle diese zentralen Fragen wurden bei dem österreichischen Hearing in Mattersburg im Juni von den ungarischen AKW-Betreibern nicht beantwortet. "Im April 2003 gab es im umstrittenen AKW Paks bereits einen Störfall, bei dem radioaktive Strahlungen ausgetreten sind, die auch in Österreich gemessen wurden. Jetzt will der Betreiber den defekten vierten Block des Atommeilers wieder in Betrieb nehmen und gleichzeitig um eine Betriebsverlängerung um weitere 20 Jahre ansuchen, was inakzeptabel ist", so Sima. Die Stadt Wien hat eine umfangreiche offizielle Stellungnahme übermittelt und auch am genannten Hearing im Burgenland teilgenommen. "Jetzt liegt es am Bund, sicherzustellen, dass die kritischen Stimmen aus Österreich auch in Ungarn gehört werden und die Laufzeitverlängerung auf gar keinen Fall genehmigt wird", so Sima. Mit jedem Jahr steigen die Risken aufgrund der Alterung und Verschleißerscheinungen am Material, die zum Bersten des Reaktordruckbehälters und damit zu dramatischen Auswirkungen auch für Wien führen könnten", so Sima. "Die EU muss der Atomlobby ein für alle Mal den Geldhahn zudrehen, die im EURATOM festgeschriebene völlig einseitige Begünstigung der Atomkraft innerhalb der Europäischen Union muss endlich abgeschafft werden", so Sima abschließend. (Schluss) vor

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