Neues Volksblatt: "Notstand" (von Walter Salzmann)

Ausgabe von Dienstag, 8. August 2006

Linz (OTS) - Knapp 360.000 Menschen beziehen derzeit in Österreich Pflegegeld. Viele von ihnen bedürfen einer Betreuung rund um die Uhr. Deren Zahl steigt ständig. Schon jetzt sind die Pflegeheime randvoll. Für einen bedarfsgerechten Ausbau fehlt Bund, Ländern und Kommunen das Geld. Wer auf einer Warteliste steht und somit wenigstens Aussicht auf einen Pflegeplatz in einem Heim hat, kann sich glücklich schätzen.
Auch diejenigen Pflegebedürftigen, die ihr Zuhause nicht verlassen müssen, weil sie von Familienangehörigen oder privat bezahlten Pflegerinnen oder Pflegern betreut werden. Geschätzte 40.000 Familien - ihr Anteil steigt ständig - machen bereits von familienfremden, zumeist ausländischen Pflegern Gebrauch. In der Regel illegal, weil die finanzielle Hürde für eine ordnungsgemäße Anmeldung als so genannte Schlüsselarbeitskraft einfach zu hoch ist.
Noch hat niemand ein Patentrezept zur Behebung der Misere vorlegen können. Ein solches wird es auch nicht geben. Eine Bereinigung des "Pflegenotstands" ist nur durch gebündelte Maßnahmen zu erreichen. Immerhin: Die Diskussion darüber ist in Gang gekommen.

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