Gorbach: Tempo 100 auf Westautobahn "Schnapsidee"

"Nullmaßnahme" für Umwelt, Ärgernis für Autofahrer

Wien (OTS) - Als "umweltpolitische Nullmaßnahme" und "pure
Schikane für Autofahrer" bezeichnete heute BZÖ-Verkehrsminister Hubert Gorbach den von der oberösterreichischen Landesregierung beschlossenen Verordnungsentwurf zur Geschwindigkeitsbeschränkung auf der A1 Westautobahn. Die auf Antrag der Grünen und mit den Stimmen der ÖVP beschlossene Maßnahme sei ein Vorgeschmack dessen, was die Österreicherinnen und Österreicher im Falle einer grünen Regierungsbeteiligung - auch mit der ÖVP - blühe: das Untergraben des Mobilitätsbedürfnisses der Menschen in Österreich.*****

"Starre Tempolimits sind der falsche Weg. Wir haben das mit dem erfolgreichen Telematikprojekt zu der den Verkehrsverhältnissen angepassten, flexiblen Geschwindigkeitgestaltung bewiesen. Bei diesem System werden auch Umweltbelastungen berücksichtigt", so der Verkehrsminister.

Das Argument der Grünen aber, mit Tempo 100 die Feinstaubbelastung merklich zu reduzieren sei vorgeschützt und geradezu lächerlich. "Sämtliche Studien beweisen, dass der Anteil des Straßenverkehrs an der Feinstaubbelastung nur 13,6% beträgt. Lediglich 7,2% machen die Abgase von PKW aus. Der Anteil des hochrangigen Straßenverkehrs -also Autobahnen und Schnellstraßen - liegt nocheinmal deutlich darunter - gar nur bei 6%, da Feinstaub vor allem ein urbanes Problem ist. Darüber hinaus tritt es als Winterphänomen auf - bei kaltem Wetter und Schneedecke", so Gorbach. Nachzulesen sei dies selbst in einer von Umweltstadträtin Ulli Sima für Wien in Auftrag gegebenen Studie des Aquella-Instituts. Eine Senkung des Autobahntempolimits auf 100 km/h bringe daher nur unmerkliche Verbesserungen in diesem Bereich, sei aber für Autofahrer schikanös und untergrabe das Mobilitätsbedürfnis der Menschen.

"Um den Feinstaub im Straßenverkehr zu senken, wird in Zukunft viel wichtiger sein, in neue Technologien zu investieren, die der Erprobung und der breiten Anwendung alternativer und energieeffizienter Fahrzeuge und Antriebskonzepte dienen", gab Gorbach den Lösungsweg vor. Man könne den Verbrennungsprozess der Motoren optimieren, den Abrieb der Reifen gering halten, oder - wie etwa beim Diesel-Partikelfilter der Fall - Emissionen reduzieren. Auch in den Bereichen der Parkraumbewirtschaftung, des Verkehrsmanagements oder der Anwendung von Biodiesel sei einiges möglich. Darüber hinaus natürlich auch im Ausbau der Bahn und des öffentlichen Personennahverkehrs.

"Pseudoaktionen wie die Einführung von überzogenen Tempolimits auf schnurgeraden, voll ausgebauten Autobahnteilstücken lehne ich dezidiert ab, weil sie kontraproduktiv sind und bei den Autofahrern keine Akzeptanz finden", stellte Verkehrsminister Gorbach abschließend fest.

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