Politische Lösungen für illegale "Pflegekräfte" sind mehr als fraglich!

Die ständige Vermischung von Aufgabenbereichen in Pflege und hauswirtschaftlicher Versorgung verhindert sinnvolle Konzepte und Lösungen!

Wien (OTS) - Die derzeitige Diskussion so genannter illegaler "Pflegekräfte" veranlasst österreichische Politiker zu undifferenzierten Äußerungen und wenig brauchbaren Lösungsvorschlägen.

Christine Ecker: "Es ist hoch an der Zeit, dass Leistungen aus dem Aufgabenbereich der Pflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung im extramuralen Bereich auseinander gehalten werden. Derzeit findet hier eine wilde Vermischung der Begriffe statt und es entsteht der Eindruck, dass die Haushaltsführung mit Pflege gleichgesetzt wird. Das ist erstens nicht richtig und trägt zweitens zur massiven Verunsicherung der Bevölkerung bei."

Geht man nun davon aus, dass in vielen Haushalten zur Versorgung älterer Personen Haushaltshilfen beschäftigt sind, relativiert sich die Zahl von 40.000 "Pflegekräften" sofort. In 90% aller Fälle sind dies Personen ohne Pflegeausbildung.

Die Senkung der Einkommensgrenze von derzeit 1500,00 Euro brutto auf 1200,00 Euro brutto für Pflegepersonen als Schlüsselarbeitskräfte, wie Minister Bartenstein dies vorschlägt, geht völlig am Ziel vorbei. Für eine 24-Stunden-Pflege wären hier ebenso mindestens 3 weitere Pflegekräfte notwendig, um den österreichischen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Da aber ein Großteil der Personen ohne Pflegeausbildung tätig ist, bringt dieser Vorschlag keinen Lösungsansatz. Um so mehr irritiert die Sprachlosigkeit im zuständigen Ministerium für Gesundheit und Frauen.

Christine Ecker:" Im Sommerloch mit schnellen und undurchdachten Lösungen aufzuwarten ist nicht nur kontraproduktiv sondern auch gefährlich. Wir weisen seit mehr als 10 Jahren auf die Gefahren dieses Bereiches hin, es ist jedoch nichts passiert. Jahrelang wurden die Strukturen in der Form stillschweigend toleriert - nun werden die Betroffenen kriminalisiert. Das kann nicht sein!"

Es ist dringend notwendig an den Strukturen zu arbeiten, um nachhaltige und vor allem für alle zufriedenstellende Lösungen zu finden. Eine Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Gesundheits- und Krankenpflege ist dabei unumgänglich.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband ist der Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig, unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.

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