GPA für Einhaltung der Mindeststandards im Pflegebereich

Ausreichende Finanzierung muss sichergestellt werden

Wien (GPA/ÖGB) - "Qualität in der Pflege hat ihren Preis", so Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). "Bund und Länder müssen sich dieser Wahrheit stellen und für ausreichende Finanzierung sorgen. Durch Kriminalisierung der ausländischen PflegerInnen werden keine Lösungen gefunden. Vielmehr sind die Verantwortlichen von Bund und Ländern aufgerufen, mit allen Beteiligten Lösungen zu finden." Vor diesem Hintergrund begrüßt die GPA die Idee einer Enquete zu diesem Thema.++++

"Dass endlich öffentlich über die finanzielle Misere im Pflegebereich diskutiert wird, ist erfreulich", so Proyer weiter. Wie überall im Gesundheits- und Sozialsystem ist ein Trend zur Privatisierung feststellbar. Bund und Länder ziehen sich zusehends aus der Finanzierung zurück und überlassen die Verantwortung den Angehörigen, die so gezwungen werden, auf eigene Kosten Betreuung und Pflege sicherzustellen. Für die Finanzierung der Pflege sind eigentlich Bund und Länder zuständig. Sie versuchen jedoch, die Kosten auf den jeweils anderen abzuschieben. Kostenträger für den Gesundheitsbereich ist der Bund und für den Sozialbereich die Länder.

"Sowohl inländische als auch ausländische Pflegekräfte haben ein Recht auf faire Bezahlung und gesicherte Arbeitsbedingungen. In den letzten Jahren konnte die GPA mit den privaten Pflegeanbietern wie z.B. BAGS, Caritas oder Diakonie Kollektivverträge in diesem Bereich abschließen und so vernünftige Mindeststandards festlegen", so Proyer. "Die verhandelnden BetriebsrätInnen kennen den Pflegebereich und bringen viel berufliche Erfahrung ein. Wir sind erstaunt, dass diese Erfahrungen für die derzeitige Diskussion ungenutzt bleiben."

ÖGB, 7. August
2006
Nr. 527

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