- 07.08.2006, 10:20:44
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Börsenotierte Unternehmen zahlen 2 Mrd. Euro Ertragssteuern
Trotz KöSt-Senkung und Gruppenbesteuerung erhöhte sich das Steueraufkommen
Wien (OTS) - Wien, 7. August 2006. Im Vergleich der Steuerleistung
von 60 heimischen börsenotierten Unternehmen zeigt sich, dass
zwischen 2004 und 2005 die Ertragssteuerleistung um 17% gestiegen
ist. Zahlten diese Unternehmen im Jahr 2004 noch Euro 1,72 Mrd. an
Gewinnsteuern, stiegen diese 2005 auf Euro 1,99 Mrd. an, und dies
trotz der Senkung des Steuersatzes um 26%.
"Die Behauptungen mancher politischen Kreise, dass die heimischen
Konzerne keine Steuern mehr zahlen würden ist schlichtweg falsch.
Gerade jene Unternehmen, die wohl den größten
Internationalisierungsgrad aufweisen, zahlen die meisten Steuern, und
sogar noch mehr als vor der Steuerreform 2005", stellt Mag. Markus
FICHTINGER, Geschäftsführer des Aktienforums, fest. Im Vergleich der
Steuerleistung von 60 heimischen börsenotierten Unternehmen zeigt
sich, dass zwischen 2004 und 2005 die Ertragssteuerleistung um 16%
gestiegen ist. Zahlten diese Unternehmen im Jahr 2004 noch Euro 1,72
Mrd. an Gewinnsteuern, stiegen diese 2005 auf Euro 1,99 Mrd. an, und
dies trotz der Senkung des Steuersatzes um 26%. "Allein die 60 von
uns untersuchten Unternehmen trugen etwa 40% zum gesamten
KöSt-Aufkommens des Jahres 2004 bei", ergänzt Fichtinger.
Aber selbst unter diesen 60 Unternehmen herrscht noch eine grobe
Ungleichverteilung der Steuerlasten vor. Im Jahr 2005 bewegten sich
die Werte für die einzelnen Unternehmen zwischen Euro 487 Mio. bis
hin zu Steuergutschriften von Euro 2,48 Mio. Die 10 Unternehmen mit
den höchsten Steuerleistungen hatten 2004 einen Anteil von 77,3% an
den Gesamtleistungen der börsenotierten Unternehmen, 2005 lag dieser
Wert schon bei 81,4%. Allein diese 10 Unternehmen zahlten also
Ertragssteuern in der Höhe von Euro 1,63 Mrd.
"Die durchschnittliche Ertragssteuerleistung der börsenotierten
Unternehmen betrug 2004 noch Euro 28,69 Mio. und kletterte 2005 auf
Euro 33,29 Mio. Insgesamt gab es 10 Unternehmen bei denen die
Steuerleistung in nur einem Jahr um 100% oder mehr angestiegen ist,"
so Fichtinger weiter. Erklärungsgründe für dieses gesteigerte
Steueraufkommen sind einerseits die gestiegenen Unternehmensgewinne,
andererseits das Modell des Ökonomen Laffer. "Die sogenannte
Laffer-Kurve macht deutlich, dass mit sinkendem Steuersatz das
Steueraufkommen durchaus steigen kann. Denn ab einem gewissen
Steuersatz sind die Anreize zur Steuervermeidung einfach attraktiver,
weil der daraus resultierende Ertrag höher ist als der dafür
notwendige Aufwand", führt Fichtinger aus.
Die Behauptungen, dass die Senkung des Körperschaftssteuersatzes
von 34% auf 25% und die Einführung der Gruppenbesteuerung dazu
führen, dass die heimischen Konzerne keine Gewinnsteuern mehr zahlen
würden, ist also weder theoretisch fundiert, noch empirisch belegbar.
"Deshalb sollte auch die nächste Bundesregierung den Mut haben, die
Steuersätze in anderen Bereichen weiter zu senken, denn nur so bleibt
der Standort für Unternehmen, wie Privatpersonen attraktiv. Das
aktuelle Beispiel der deutschen Allianz, die ihr Osteuropageschäft in
Wien bündelt, unterstreicht dies. Und wenn selbst der Finanzminister
davon profitiert, sind Steuersenkungen alles andere als ein
zivilisatorischer Rückschritt", so Fichtinger abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Markus Fichtinger, Geschäftsführer
Lothringerstraße 12
1030 Wien
Tel.: +43/1/71135 ? 2345
Email: m.fichtinger@iv-net.at
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