Börsenotierte Unternehmen zahlen 2 Mrd. Euro Ertragssteuern

Trotz KöSt-Senkung und Gruppenbesteuerung erhöhte sich das Steueraufkommen

Wien (OTS) - Wien, 7. August 2006. Im Vergleich der Steuerleistung von 60 heimischen börsenotierten Unternehmen zeigt sich, dass zwischen 2004 und 2005 die Ertragssteuerleistung um 17% gestiegen ist. Zahlten diese Unternehmen im Jahr 2004 noch Euro 1,72 Mrd. an Gewinnsteuern, stiegen diese 2005 auf Euro 1,99 Mrd. an, und dies trotz der Senkung des Steuersatzes um 26%.

"Die Behauptungen mancher politischen Kreise, dass die heimischen Konzerne keine Steuern mehr zahlen würden ist schlichtweg falsch. Gerade jene Unternehmen, die wohl den größten Internationalisierungsgrad aufweisen, zahlen die meisten Steuern, und sogar noch mehr als vor der Steuerreform 2005", stellt Mag. Markus FICHTINGER, Geschäftsführer des Aktienforums, fest. Im Vergleich der Steuerleistung von 60 heimischen börsenotierten Unternehmen zeigt sich, dass zwischen 2004 und 2005 die Ertragssteuerleistung um 16% gestiegen ist. Zahlten diese Unternehmen im Jahr 2004 noch Euro 1,72 Mrd. an Gewinnsteuern, stiegen diese 2005 auf Euro 1,99 Mrd. an, und dies trotz der Senkung des Steuersatzes um 26%. "Allein die 60 von uns untersuchten Unternehmen trugen etwa 40% zum gesamten KöSt-Aufkommens des Jahres 2004 bei", ergänzt Fichtinger.

Aber selbst unter diesen 60 Unternehmen herrscht noch eine grobe Ungleichverteilung der Steuerlasten vor. Im Jahr 2005 bewegten sich die Werte für die einzelnen Unternehmen zwischen Euro 487 Mio. bis hin zu Steuergutschriften von Euro 2,48 Mio. Die 10 Unternehmen mit den höchsten Steuerleistungen hatten 2004 einen Anteil von 77,3% an den Gesamtleistungen der börsenotierten Unternehmen, 2005 lag dieser Wert schon bei 81,4%. Allein diese 10 Unternehmen zahlten also Ertragssteuern in der Höhe von Euro 1,63 Mrd.

"Die durchschnittliche Ertragssteuerleistung der börsenotierten Unternehmen betrug 2004 noch Euro 28,69 Mio. und kletterte 2005 auf Euro 33,29 Mio. Insgesamt gab es 10 Unternehmen bei denen die Steuerleistung in nur einem Jahr um 100% oder mehr angestiegen ist," so Fichtinger weiter. Erklärungsgründe für dieses gesteigerte Steueraufkommen sind einerseits die gestiegenen Unternehmensgewinne, andererseits das Modell des Ökonomen Laffer. "Die sogenannte Laffer-Kurve macht deutlich, dass mit sinkendem Steuersatz das Steueraufkommen durchaus steigen kann. Denn ab einem gewissen Steuersatz sind die Anreize zur Steuervermeidung einfach attraktiver, weil der daraus resultierende Ertrag höher ist als der dafür notwendige Aufwand", führt Fichtinger aus.

Die Behauptungen, dass die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 34% auf 25% und die Einführung der Gruppenbesteuerung dazu führen, dass die heimischen Konzerne keine Gewinnsteuern mehr zahlen würden, ist also weder theoretisch fundiert, noch empirisch belegbar. "Deshalb sollte auch die nächste Bundesregierung den Mut haben, die Steuersätze in anderen Bereichen weiter zu senken, denn nur so bleibt der Standort für Unternehmen, wie Privatpersonen attraktiv. Das aktuelle Beispiel der deutschen Allianz, die ihr Osteuropageschäft in Wien bündelt, unterstreicht dies. Und wenn selbst der Finanzminister davon profitiert, sind Steuersenkungen alles andere als ein zivilisatorischer Rückschritt", so Fichtinger abschließend.

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