AGES: Stellungnahme zu Meeresfrüchten

Muscheln, Krebstiere, Tintenfische und Mischprodukte werden in Österreich auf zahlreiche mögliche gesundheitsschädliche Parameter hin untersucht

Wien (OTS) - Zu den heutigen Aussagen von SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier über Meeresfrüchte hält die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, fest: Meeresfrüchte (Krebstiere, Muscheln, Tintenfische, Meeresfrüchte-Mischprodukte) werden in Österreich auf eine Vielzahl von Parametern hin untersucht: Marine Biotoxine wie ASP (Domoinsäure), DSP (Okadasäure), PSP (Saxi-toxin), Bestrahlung, Chloramphenicol, Farbstoffe, flüchtigen basischen Stickstoff, gentechnische Veränderungen, Histamin, Konservierungsmittel, Nitrofurane, Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber), Staphylokokken-Enterotoxin, ph-Wert, Migrate in Lebensmittelgläsern mit Metallschraubdeckeln, mikrobiologische Parameter (aero-be mesophile Keime, Pseudomonaden, Enterobaktericeen, Milchsäurebakterien, Escherichia coli, Laktobazillen).

Schwermetalle, Hepatitis

Zu einer möglichen Belastung von Frisch- und Dosenfischen mit Blei, Cadmium und Quecksilber wurde im Vorjahr eine Untersuchung in der Zeitschrift Ernährung/Nutrition publiziert, die zu dem Ergebnis kam, dass die Gehalte dieser Schwermetalle in Fisch aus österreichischem Einzelhandel kein signifikantes Gesundheitsrisiko darstellen.
Die Untersuchung auf Hepatitis A ist wegen der langen Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit) von durchschnittlich drei Monaten wenig sinnvoll. Daher werden Meeresfrüchte in der AGES auf das Vorhandensein von Escherichia coli untersucht: Diese Fäkalkeime sind so genannte Indikatorkeime, die auf eine hygienisch nicht einwandfreie Wirtschaftsweise hinweisen. Der Nachweis geht schnell, belastete Produkte werden sofort vom Markt genommen, der Erzeuger darf bis zur Behebung der Mängel nicht mehr nach Österreich liefern.

Beanstandungen, Mahnungen

Im Vorjahr wurden Proben aus folgenden Ursprungsländern beanstandet bzw. gemahnt: Chile, Deutschland, Italien, Korea, Niederlande, Österreich, Philippinen, Spanien, Thailand, Frankreich. Zehn Beanstandungen bezogen sich auf Krebstierprodukte, neun auf Meeresfrüchte-Mischprodukte, sechs auf Muschelprodukte und zwei auf Tintenfischprodukte.
Zur Zahl der Untersuchungen ist zu sagen, dass eine Verringerung der Probenzahl nicht gleichbedeutend mit höherer Unsicherheit ist. Im Gegenteil: Bei einer risikobasierten Probenziehung kann auch mit weniger Proben das Sicherheitsniveau gehalten werden. Aus Sicht der Lebensmittelsicherheit kann von Seiten der AGES daher festgehalten werden, dass Meeresfrüchte in Österreich als sichere Lebensmittel eingestuft werden können.

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