GPA Proyer: Lassen uns von Call-Center-Betreibern nicht unter Druck setzen

Sozialpartnervereinbarung muss Rechtssicherheit für Beschäftigte schaffen

Wien (GPA/ÖGB) - "Es ist befremdend, wie Unternehmen versuchen, arbeits- und sozialrechtliche Standards zu umgehen und Kosten zu Lasten der Beschäftigten einzusparen", reagiert der stv. GPA-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer auf die Androhung eines österreichischen Call-Center-Betreibers, dass etwa 10.000 der 30.000 österreichischen Call-Center-Jobs ins Ausland abwandern würden. "Die GPA ist bereit vernünftige flexible Regelungen für die Call-Center-Agents mit den Arbeitgebern abzuschließen", so Proyer weiter. "Wichtig ist die soziale Absicherung der vielen Beschäftigten in Call-Centern, denen jetzt eine Arbeitslosenversicherung und die Absicherung bei Krankheit fehlen."++++

Vor allem in externen Call-Centern werden viele Beschäftigte nicht angestellt, sondern nur als freie DienstnehmerInnen engagiert unter dem Deckmantel der Flexibilität. Für die so genannten 'Freien' hingegen bedeutet Flexibilität Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Unternehmen, keine existenzielle Absicherung bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit und eine unsichere und prekäre Einkommenssituation. Durch den starken Wettbewerbsdruck findet hier ein Preiswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten statt. Mittlerweile wird die Call-Center-Branche auch durch die Gebietskrankenkassen flächendeckend geprüft.

Die Interessengemeinschaft der GPA, work@flex setzt sich für die Verbesserung der Arbeitssituation von atypisch Beschäftigten, darunter auch MitarbeiterInnen in Call-Centern, ein. Ziel ist auch der Abschluss eines Kollektivvertrages für Beschäftigte in Call-Centern. Im Frühjahr 2006 wurde eine Offensive zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Call-Centern gestartet.

Mehr dazu unter http://www.callgpa.at

Die GPA-Interessengemeinschaft work@flex ist ein Netzwerk von atypisch Beschäftigten für atypisch Beschäftigte. Work@flex bietet gezielte Serviceleistungen an und ist eine politische Interessenvertretung. Atypisch Beschäftigte vertreten ihre Interessen innergewerkschaftlich bis in die höchsten Entscheidungsgremien. Die wichtigsten Forderungen sind die Gleichstellung im Arbeits- und Sozialrecht und die Mitbestimmungsmöglichkeiten auf betrieblicher und kollektivvertraglicher Ebene.

Nähere Informationen: http://www.interesse.at

ÖGB, 4. August
2006
Nr. 525

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