Ehemalige Zeiss-Werke - SP-Schieder: "Baujuwel besser nutzen!"

Offener Brief an Minister Platter, Nutzung als Wohngebiet mit Infrastruktur vorstellbar

Wien (SPW-K) - "Die Zeiss-Werke am Flötzersteig in Wien-Penzing, eines der markantesten Beispiele der Industriearchitektur des vorigen Jahrhunderts, verfallen zusehends - das rund 34.000 m2 große Areal mit hohem Grünanteil kann von der Bevölkerung seit Jahrzehnten nicht betreten werden", bedauerte der Penzinger SP-Landtagsabgeordneter Mag. Andreas Schieder in einem Pressegespräch heute Freitag. "Die derzeitige Nutzung des Gebäudes durch das Bundesheer wird diesem weithin sichtbaren Baujuwel sicher nicht gerecht." An Verteidigungsminister Platter als Eigentümervertreter richtet Schieder nun in einem offenen Brief die dringende Aufforderung, endlich Klarheit zu schaffen und eine adäquate Verwendung des Geländes zu finden, "die auch der Bevölkerung des Bezirks zugute kommt." Es könne nicht sein, "dass das Areal lediglich als Lager für das Technische Museum, das Bundesheer und das denkmalgeschützte Gebäude als Turnsaal für Heeresangehörige verwendet wird."

Hochwertige Lage für neuen Wohnraum

Vorstellbar ist für Schieder die Nutzung als Wohngebiet mit entsprechender Infrastruktur - "in dieser hochwertigen Lage mit guter Verkehrsanbindung kann qualitativ wertvoller Wohnraum entstehen", ist Schieder überzeugt. "Auch die Ansiedlung von innovativer Gastronomie und Ateliers zum Beispiel für ArchitektInnen und DesignerInnen wäre denkbar." Alle Wohnzufriedenheitsstudien hätten ergeben, "dass der 14. Bezirk zu den beliebtesten und gefragtesten Wohngegenden der Stadt zählt." Das Zeiss-Areal sei eine der letzten größeren für Wohnzwecke nutzbaren Flächen im Westen Wiens. "Mit der Erstellung eines entsprechenden Nutzungskonzeptes sollte deshalb umgehend begonnen werden, selbstverständlich unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Gleichzeitig sollte auch die Räumung des Areals in Angriff genommen", so die Forderungen Schieders an das zuständige Verteidigungsministerium.

Markantes Bauwerk im Westen Wiens

Das imposante Fabrikgebäude wurde 1916/1917 nach Plänen von Robert Oerley im Auftrag der Firma Carl Zeiss erbaut und diente als Produktionsstätte für optische Geräte. Vor allem die Observatoriumskuppel, die Testzwecken diente, machte es zu einem markanten Merkmal im Westen Wiens.

Von 1918 bis 1929 stand der Bau leer und wurde dann an die Schrack AG aus Wien-Meidling verkauft. Nächster Besitzer war die Firma Philips, die hier Radioröhren und Radiogeräte fertigte. 1936 wurde das Werk in "Wiener Radiowerk (WIRAG)" umbenannt. Ab dem Jahr 1940 wurden feinmechanische Instrumente für den Schiffs- und Flugzeugbau hergestellt. Nach Kriegsende 1945 begann wieder die Produktion von Radioröhren.

1947 wurde hier das erste Tonbandgerät von Philips produziert und 1964 das erste Videogerät. In den 70er-Jahren folgten Radiorecorder. Zwischen 1985 und 1987 wurde das bestehende Werk abgesiedelt, das Areal ging an den Bund und wird heute vom Bundesheer und vom Technischen Museum als Lagerhalle genutzt.

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