Glawischnig fordert Stilllegung von AKW Temelin

Glaubwürdiger Umweltminister würde Urlaub unterbrechen und nach Prag reisen

Wien (OTS) - "Die nicht enden wollende Störfallserie beim AKW Temelin ist extrem Besorgnis erregend, das Atomkraftwerk nahe der österreichischen Grenze muss stillgelegt werden", verlangt Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen. "Ein Umweltminister, der diese Bezeichnung auch verdient würde jetzt seinen Urlaub unterbrechen und nach Prag reisen, um sich über die jüngsten Störfälle zu informieren und die österreichische Forderung nach einer Stillegung des gefährlichen AKW zu deponieren", so Glawischnig. "Stattdessen schweigt Minister Pröll ebenso wie Bundeskanzler Schüssel seit Wochen zu den Vorfällen in Temelin", kritisiert Glawischnig.

Im AKW Temelin hat es seit Inbetriebnahme im Jahr 2000 bereits mehr als 90 Zwischenfälle gegeben. Obwohl in einem von Kanzler Schüssel unterzeichneten Staatsvertrag zwischen Österreich und Tschechien (Stichwort: Melker Abkommen) klar vereinbart wurde, dass Temelin nicht in den Vollbetrieb geht, bevor nicht alle gravierenden Sicherheitsmängel behoben sind, ist das AKW heute genauso unsicher wie vor sechs Jahren. Mittlerweile ist Temelin längst im Vollbetrieb und verfügt über eine zehnjährige atomrechtliche Bewilligung. Der Nationalrat hat die Bundesregierung bereits im Jänner 2004 in einem Beschluss wörtlich aufgefordert, 'gegenüber Tschechien ihre Position bezüglich eines Ausstieges aus der Kernenergie im allgemeinen und aus dem AKW Temelin im besonderen erneut zu bekräftigen und so bald als möglich in Stilllegungsverhandlungen mit der tschechischen Regierung einzutreten’. "Bis heute ist nichts passiert", kritisiert Glawischnig.

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