Pharmig: "Mehr Transparenz statt kurzsichtiger Sparpolitik"

Medikamenten-Steigerungen auch wegen Verlagerung aus Spitalsbereich

Wien (OTS) - Heinz Öhler, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK), erklärt in der heutigen Kronen Zeitung, wie die für heuer prognostizierte Steigerung von bis zu 7 Prozent bei Medikamenten im Bereich der TGKK zustande kommt. Seiner Einschätzung nach sind es nicht nur die Ausgaben für moderne Therapien. Ein zweiter wesentlicher Faktor ist, dass "Therapien immer weniger in Krankenhäusern, sondern von niedergelassenen Ärzten und in Tageskliniken durchgeführt (werden)". Die Krankenkasse rechnet die Leistungen in den Spitälern pauschal ab, während bei den niedergelassenen Ärzten jedes Medikament einzeln verrechnet wird. Daher sei laut Öhler der Beitrag der Krankenkasse für den Spitalsfonds zu überdenken.

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber kommentiert die Aussagen Öhlers: "Die Pharmig fordert alle gesundheitspolitisch Interessierten auf, ihre Schlüsse aus diesen Worten zu ziehen: Es kann nicht sein, dass es auf ewig einen ungelösten Verteilungskampf zwischen Spitalswesen und Krankenkassen auf Kosten Dritter gibt: Unser intransparentes Finanzierungssystem ermöglicht es Krankenhäusern, ihre steigenden Kosten auf die Krankenkassen abzuschieben. Diese wiederum werfen diese Kostenverlagerung z.B. den Ärzten oder der Pharma-Industrie als angebliche 'Kostenexplosion' vor."

Aufgrund der bestehenden Intransparenz ist es für die Öffentlichkeit derzeit nicht nachvollziehbar, welcher Anteil der Ausgabensteigerungen im Krankenkassen-Bereich auf erhöhten Bedarf der Patienten oder auf den medizinischen Fortschritt zurückgeht und welcher Anteil auf eine reine Ausgabenverlagerung aus dem Spitalswesen. Pharmig-Generalsekretär Huber meint daher: "Erst wenn alle wesentlichen Zahlungsströme und Ausgabenposten im Gesundheitswesen für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sind, sind finanziell nachhaltige Reformen möglich. Sonst wird es bei den regelmäßig wiederkehrenden Sparpaketen zu Lasten der Patienten, Ärzte und Pharma-Industrie bleiben, mit denen die langfristige Finanzierung des Systems trotzdem nicht garantiert werden kann. Übrigens liegen die Industriepreise für Medikamente im viertreichsten EU-Staat Österreich um 17,6 Prozent unter dem EU-15-Schnitt und im Schnitt der EU-25."

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